Băile Herculane – Herkulesbad

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Fanstep, Cazinoul, Baile Herculane, CC BY-SA 3.0 RO

Kurort Herkulesbad

Băile Herculane (Herkulesbad) ist ein Kurort in der Region Banat im Kreis Caraș-Severin, nahe der serbischen Grenze, mit rund 4.500 bis 6.000 Einwohnern je nach Zählweise der umliegenden Ortsteile. Der Ort besitzt 16 Thermalquellen innerhalb eines Radius von rund vier Kilometern, die bereits in römischer Zeit genutzt wurden und dem Ort seinen Namen gaben.

Verschiedene Quellen

Die Thermalquellen unterscheiden sich in ihrer Zusammensetzung: Es gibt Natriumchlorid-, Brom- und Bikarbonat-Quellen ebenso wie Jod- und Schwefelquellen. Ihre Temperaturen liegen zwischen 38 und 67 °C. In der Balneotherapie werden sie unter anderem bei rheumatischen und neurologischen Beschwerden eingesetzt; wer aus gesundheitlichen Gründen anreist, sollte sich vorab bei einem Arzt oder direkt vor Ort informieren, welche Quelle für welche Beschwerden geeignet ist. Ein Besuch lohnt sich aber auch unabhängig davon zur Entspannung.

Geschichte

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Aisano, Băile Herculane, stacidomo, 16, CC BY-SA 3.0

Die Siedlung existierte nachweislich bereits im 2. Jahrhundert unter dem lateinischen Namen Ad Aquas Herculis Sacras und war ein bedeutender römischer Kurort. Zahlreiche archäologische Funde – Inschriften, Votivtafeln und Münzen – stammen aus dieser Zeit, und noch heute erinnern die Namen vieler Hotels und Bäder in Herkulesbad an die römischen Götter, allen voran Herkules.

Nach dem Abzug der Römer verlor der Ort an Bedeutung als überregional bekannter Kurort, wurde aber offenbar weiterhin von der lokalen Bevölkerung genutzt.

Österreichische Barockbauten

1718 fiel die Kleine Walachei im Frieden von Passarowitz an Österreich, nachdem die österreichisch-türkischen Kriege beendet worden waren. In der Folge wurden die Bäder überwiegend im österreichischen Barockstil ausgebaut, was das Ortsbild bis heute prägt. Kaiser Franz Josef soll Herkulesbad der Überlieferung nach als eines der schönsten Thermalbäder des Kontinents bezeichnet haben; auch Kaiserin Elisabeth (Sisi) gehörte zu den bekannten Gästen des Ortes. Eine wörtlich überlieferte, quellenmäßig gesicherte Äußerung von ihr zu Herkulesbad ließ sich nicht verifizieren.

Lage und Natur

Herkulesbad liegt auf demselben Breitengrad wie Venedig und Nizza und profitiert von einem für die Region mediterran geprägten Mikroklima. Die Thermalquellen verlaufen entlang des Flusses Cerna zwischen zwei Gebirgszügen der südlichen Karpaten.

Anreise

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Andrei kokelburg, Baile Herculane Baia Neptun (1), CC BY-SA 3.0 RO

Mit dem Auto

Herkulesbad ist über die DN6 (Drum național 6) zu erreichen, die Nationalstraße, die den Westen Rumäniens mit Bukarest verbindet. Die DN6 verläuft streckenweise gemeinsam mit der E70 (Europastraße 70), die durch mehrere osteuropäische Länder führt. Die Ausfahrt nach Herkulesbad liegt rund 5 Kilometer von der E70 entfernt.

Mit dem Zug

Băile Herculane liegt an der Eisenbahnstrecke Budapest–Temeswar–Bukarest; man kann direkt am Bahnhof Herculane aussteigen.

Mit dem Bus

Je nach Abfahrtsort gibt es verschiedene Fernbusverbindungen; Anbieter wie Eurolines fahren nach Rumänien und machen auch in Băile Herculane Halt. Für die Anreise zu einem kleineren Ort wie Herkulesbad lohnt sich der Blick auf Busunternehmen, die auf Rumänienreisen spezialisiert sind.

Mit dem Flugzeug

Der nächstgelegene Flughafen ist Caransebeș (rund 80 km entfernt), gefolgt von Craiova (rund 160 km) und Timișoara/Temeswar (rund 170 km). Für die restliche Strecke bietet sich ein Taxi oder Mietwagen an.

Restaurierungsprojekt

Mit dem „Herculane Project“ gibt es Bestrebungen, historische Bausubstanz wie das leerstehende, ehemalige Neptunbad zu sanieren und den Kurort aufzuwerten. Bis zum Abschluss solcher Arbeiten bleibt Herkulesbad in erster Linie ein Ort für Ruheliebhaber abseits des Massentourismus.

Tourismus

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Adi Szalma, Hotel Roman, Baile Herculane, CC BY-SA 3.0 RO

Herkulesbad liegt im Nationalpark Domogled-Valea Cernei. Neben den aktiven Thermen gibt es im Kurort mehrere ungenutzte, aber sehenswerte historische Bäder wie das erwähnte Neptunbad. Zu besichtigen sind außerdem eine bronzene Herkulesstatue, römische Bäder im Erdgeschoss des Hotel Roman, die österreichischen Bäder und ein Kurmuseum mit archäologischen Funden aus der Römerzeit. Auch die nahegelegene Stadt Orșova und der Donaudurchbruch am Eisernen Tor sind einen Ausflug wert. Wer die Reise mit einer anderen Jahreszeit planen möchte, findet Tipps für den Herbst in Rumänien in einem eigenen Beitrag.

Häufig gestellte Fragen

Wie viele Thermalquellen gibt es in Băile Herculane?

Der Ort verfügt über 16 Thermalquellen mit unterschiedlicher Mineralzusammensetzung – von Natriumchlorid- über Jod- bis zu Schwefelquellen – und Temperaturen zwischen 38 und 67 °C.

Seit wann wird der Ort als Kurort genutzt?

Nachweislich seit der Römerzeit im 2. Jahrhundert, damals unter dem Namen Ad Aquas Herculis Sacras. Zu europäischer Bekanntheit gelangte der Ort erneut im 18./19. Jahrhundert unter österreichischer Verwaltung.

Wie kommt man am besten nach Băile Herculane?

Mit dem Auto über die DN6/E70, mit der Bahn auf der Strecke Budapest–Temeswar–Bukarest direkt bis zum Bahnhof Herculane, oder über die Flughäfen Caransebeș, Craiova oder Temeswar mit anschließender Weiterfahrt per Taxi oder Mietwagen.

Was gibt es außer den Thermalbädern zu sehen?

Sehenswert sind die österreichischen Barockbauten, das Kurmuseum, die römischen Bäder im Hotel Roman sowie der Nationalpark Domogled-Valea Cernei. In der Umgebung lohnen Ausflüge nach Orșova und zum Donaudurchbruch am Eisernen Tor.

Quellen und weiterführende Links

Amtliche Informationen bietet die Stadtverwaltung Băile Herculane.