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Einführung
Das Snagov-Kloster liegt auf einer kleinen Insel im Snagov-See, rund 40 Autominuten nördlich von Bukarest. Es zählt zu den ältesten Klostersiedlungen der Walachei und war während der Feudalzeit eines ihrer wichtigsten geistlichen und kulturellen Zentren.
Geschichte
Auf der Klosterinsel haben Archäologen Keramik aus der Bronze- und Eisenzeit sowie byzantinische Münzen gefunden, was auf eine lange Besiedlungsgeschichte des Ortes hindeutet. Die erste schriftliche Erwähnung des Klosters stammt aus dem Jahr 1408, unter der Herrschaft von Mircea dem Alten. Vermutlich stand hier aber schon seit der Zeit Vladislavs I. (1364–1379) eine kleinere Kirche.
Wegen der abgeschiedenen Lage inmitten von Wasser und Wald ließ Vlad III. Drăculea, besser bekannt als Vlad Țepeș oder Dracula, 1456 Befestigungsanlagen errichten: ein Gefängnis für Verräter, ein Bollwerk sowie eine Brücke, die das Festland mit der Insel verband.
Merkmale des Klosters

1521 ließ Fürst Neagoe Basarab die heute noch genutzte Klosterkirche nach einem Erdbeben neu errichten. Der Ziegelbau im byzantinischen Stil mit seinen vier polygonalen Türmen zählt zu den markantesten Sakralbauten der Region. Im Inneren sind Fresken aus dem 16. Jahrhundert erhalten, die unter anderem Neagoe Basarab und seinen Sohn Mircea Ciobanul mit dessen Familie zeigen. Trotz mehrfacher Restaurierungen gelten sie als eine der größten erhaltenen Wandmalereien in einer rumänischen Kirche.
Das vermeintliche Grab von Vlad Țepeș
Ein zentraler Grund für den Bekanntheitsgrad des Klosters ist die Überlieferung, dass Vlad Țepeș hier begraben liege. Er starb Ende 1476 oder Anfang 1477 in einer Schlacht in der Nähe Bukarests; die genauen Umstände seines Todes sind historisch nicht abschließend geklärt. Einer Legende zufolge sollen Mönche des Klosters seinen Leichnam geborgen und heimlich vor dem Altar bestattet haben. Eine Steinplatte im Kloster erinnert bis heute an diese Überlieferung.
Archäologische Ausgrabungen in den 1930er-Jahren fanden das vermutete Grab jedoch leer vor. Fachleute vermuten entweder eine spätere Umbettung der Gebeine oder eine vollständige Zersetzung durch die feuchten Bodenverhältnisse der Insel. Belegt ist die Bestattung damit nicht – das Kloster bleibt aber der Ort, mit dem die Grablegen-Legende am engsten verknüpft ist.
Anreise zum Snagov-Kloster

Die Ortschaft Snagov liegt rund 40 Autominuten von Bukarest entfernt und verfügt kaum über öffentlichen Nahverkehr, ein Mietwagen oder eine organisierte Tour sind daher die praktikabelste Anreiseform. Seit dem Bau eines Fußgängerstegs im Jahr 2009 ist die Klosterinsel zu Fuß erreichbar; alternativ bieten Anbieter am Ufer auch Bootsfahrten zur Insel an.
Für den Zutritt zum Kloster wird vor Ort eine Gebühr erhoben, für Fotografien im Inneren teils ein Aufpreis. Die genaue Höhe schwankt je nach Quelle und Zeitraum; aktuelle Beträge sollten vor Ort erfragt werden.
Fazit
Das Snagov-Kloster verbindet die Ruhe seiner Insellage mit einer der bekanntesten Legenden Rumäniens. Wer sich für die walachische Geschichte oder die Dracula-Überlieferung interessiert, findet hier einen der wenigen Orte, an denen sich Archäologie, Kirchengeschichte und Legendenbildung direkt gegenüberstehen. Ein Besuch lässt sich gut mit einem Tag in Bukarest verbinden, etwa mit der Altstadt von Bukarest oder dem Parlamentspalast.
Häufig gestellte Fragen
Liegt Vlad Țepeș (Dracula) wirklich im Snagov-Kloster begraben?
Das ist nicht gesichert. Die Legende, wonach Mönche seinen Leichnam heimlich vor dem Altar bestatteten, ist populär, doch eine Ausgrabung in den 1930er-Jahren fand das vermutete Grab leer vor. Der tatsächliche Verbleib der sterblichen Überreste ist unbekannt.
Wie kommt man zum Snagov-Kloster?
Von Bukarest aus sind es rund 40 Autominuten bis zur Ortschaft Snagov. Ein Fußgängersteg verbindet das Festland seit 2009 mit der Klosterinsel; alternativ verkehren Boote vom Seeufer.
Wie alt ist das Kloster?
Die erste urkundliche Erwähnung stammt aus dem Jahr 1408. Die heutige Kirche wurde 1521 von Fürst Neagoe Basarab nach einem Erdbeben neu errichtet und ist bis heute in Gebrauch.
Lässt sich der Besuch mit anderen Klöstern verbinden?
Wer sich für rumänische Klosterarchitektur interessiert, findet mit dem deutlich weiter entfernten Sucevița-Kloster in der Bukowina ein Beispiel für die bekannten Moldauklöster mit Außenfresken – ein eigener Reisetag ist dafür allerdings nötig.
Quellen und weiterführende Links
Hintergrund zur Person Vlad III. bietet der Wikipedia-Artikel zu Vlad III.