Bukarest – Das Zentrum und die Hauptstadt Rumäniens

Beitragsbild: Foto: Tiia Monto, „Bucharest Strada Lipscani“, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Bukarest ist die Hauptstadt und mit rund 1,72 Millionen Einwohnern (Stand Dezember 2021) die bevölkerungsreichste Stadt Rumäniens. Sie liegt in der Walachischen Tiefebene südlich der Karpaten und ist politisches, wirtschaftliches und kulturelles Zentrum des Landes. Die Stadt gliedert sich verwaltungstechnisch in sechs Sektoren mit jeweils eigener Bezirksverwaltung.

Strada Lipscani in der Altstadt von Bukarest
Foto: Tiia Monto, „Bucharest Strada Lipscani“, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Geschichte Bukarests

Der Name Bukarest taucht erstmals in einer Urkunde von Vlad III. Drăculea (Vlad Țepeș) aus dem Jahr 1459 auf, die als früheste schriftliche Erwähnung der Stadt gilt. Über die folgenden Jahrhunderte wechselten die Fürsten der Walachei mehrfach zwischen Bukarest und Târgoviște als Residenzort, bis Bukarest 1659 endgültig zur Hauptstadt der Walachei erhoben wurde. Während der osmanischen Epoche erlebte die Stadt einen wirtschaftlichen und kulturellen Aufschwung, der bis heute im Stadtbild sichtbar ist.

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Architektur: Von Neobarock bis sozialistischem Realismus

Die Architektur Bukarests spiegelt die bewegte Geschichte der Stadt wider: Neobarocke Bauten und Elemente des sogenannten Zuckerbäckerstils stehen neben großflächigen Plätzen im sozialistischen Realismus. Besonders die Stadtplanung unter Nicolae Ceaușescu in den 1980er-Jahren hinterließ markante Spuren – allen voran der Parlamentspalast, der als zweitgrößtes Verwaltungsgebäude der Welt gilt und zu den meistbesuchten Sehenswürdigkeiten der Stadt zählt.

Parlamentspalast in Bukarest
Foto: William John Gauthier from Denmark, „Palace of the Parliament in Bucharest (51878975552)“, CC BY-SA 2.0, via Wikimedia Commons

Das Pariser Flair der „Micul Paris“

Im 19. und frühen 20. Jahrhundert prägte französischer Einfluss die Architektur Bukarests deutlich, unter anderem durch den Triumphbogen, der dem Pariser Vorbild nachempfunden ist. Daraus entstand der bis heute gebräuchliche Spitzname „Micul Paris“ beziehungsweise „Paris des Ostens“ – ein Verweis auf die weitläufigen Alleen und Parks, die in dieser Zeit angelegt wurden, nicht auf eine tatsächliche städtebauliche Gleichsetzung mit Paris.

Calea Victoriei in Bukarest
Foto: Leontin l, „Calea Victoriei (1)“, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Kulturelles Erbe und Sehenswürdigkeiten

Bukarest bietet ein breites Spektrum an Museen und Kultureinrichtungen. Zu den bekanntesten zählen das Nationalmuseum für Kunst Rumäniens, das Museum des rumänischen Bauern sowie das Bukarester Opernhaus. Das Rumänische Athenäum, ein neoklassizistisches Konzerthaus im Zentrum der Stadt, ist Hauptspielstätte des George-Enescu-Festivals – eines der bedeutendsten Festivals für klassische Musik in Südosteuropa, das seit 2001 alle zwei Jahre im September stattfindet.

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  • Nationalmuseum von Rumänien
  • Museum des rumänischen Bauern
  • Bukarester Opernhaus
  • Rumänisches Athenäum, Spielstätte des George-Enescu-Festivals

Kulinarische Spezialitäten

Wer in Bukarest rumänische Küche probieren möchte, findet in traditionellen Restaurants Gerichte wie Sarmale (mit Fleisch gefüllte Kohlrouladen) oder Mămăligă (Maisgrießbrei) mit Schafskäse und saurer Sahne. Zu den bekanntesten historischen Adressen zählen das seit über hundert Jahren bestehende Bierhaus Caru‘ cu Bere in der Altstadt sowie die Restaurants Lacrimi și Sfinți und Casa Doina, die traditionelle rumänische Küche in historischem Ambiente servieren.

Traditionsrestaurant Caru' cu Bere in Bukarest
Foto: Joe Mabel, „Caru cu Bere 1″, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Wirtschaft und Verwaltung

Als wirtschaftliches Zentrum Rumäniens beherbergt Bukarest zahlreiche nationale und internationale Unternehmen, Banken sowie eine wachsende IT- und Start-up-Szene. Verwaltet wird die Stadt durch die Bukarester Stadtverwaltung (Primăria București) sowie sechs Bezirksverwaltungen, die für lokale Angelegenheiten wie Bildung, Infrastruktur und Sozialdienste zuständig sind und deren Mandatsträger direkt von den Einwohnern der jeweiligen Sektoren gewählt werden.

Bürotürme im Norden von Bukarest
Foto: PosifCool, „Sky Tower văzută de pe Lacul Herăstrău“, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons
Bukarest mit dem Parlamentspalast
Foto: anisoboy, „Bucharest-palace-of-parliament-may-2016-001″, CC BY-SA 2.0, via Wikimedia Commons

Parks und Erholungsgebiete

Trotz der Größe der Stadt bietet Bukarest mehrere ausgedehnte Grünanlagen. Der Herăstrău-Park im Norden der Stadt ist mit rund 187 Hektar der größte Park Bukarests und liegt am gleichnamigen See; er bietet Wege zum Spazierengehen, Bootsverleih und ein Freilichtmuseum für dörfliche Architektur. Weitere bekannte Grünflächen sind der Botanische Garten und der Carol-Park mit dem Mausoleum der unbekannten Soldaten.

Verkehr und Anreise

Bukarest verfügt über ein Nahverkehrsnetz aus Metro, Bussen, Straßenbahnen und Trolleybussen. Internationale Flugverbindungen laufen hauptsächlich über den Flughafen Henri Coandă (Otopeni) nördlich der Stadt, der die Hauptstadt mit zahlreichen europäischen und internationalen Zielen verbindet. Wer einen Kurztrip nach Bukarest plant, findet in der Innenstadt die meisten Sehenswürdigkeiten fußläufig oder mit der Metro erreichbar.

Tipps für den Städtetrip

  1. Start am Piața Unirii mit Spaziergang durch die Altstadt (Lipscani-Viertel)
  2. Besichtigung des Parlamentspalasts, idealerweise mit vorab gebuchter Führung
  3. Probe rumänischer Spezialitäten wie Sarmale und Mămăligă in einem traditionellen Restaurant
  4. Spaziergang im Herăstrău-Park oder Cișmigiu-Garten

Weiterführende Informationen zur Anreise bieten die Übersichten zur besten Reisezeit für Rumänien und zu Vorwahl, Telefonieren und Roaming. Wer von Bukarest aus weiterreisen möchte, findet Anregungen bei Arcul de Triumf, der Altstadt von Bukarest oder den Top-Ausflugszielen in und um Bukarest.

Häufig gestellte Fragen

Wie viele Einwohner hat Bukarest?

Laut der letzten offiziellen Zählung von Dezember 2021 hatte Bukarest 1.716.961 Einwohner.

Was sind die Hauptattraktionen in Bukarest?

Zu den Hauptattraktionen zählen der Parlamentspalast, die Altstadt Lipscani, das Rumänische Athenäum, der Triumphbogen, der Cișmigiu-Garten sowie mehrere Museen und Kirchen.

Warum wird Bukarest „Kleines Paris“ genannt?

Der Spitzname stammt aus dem späten 19. und frühen 20. Jahrhundert, als Bukarest eine Phase der Modernisierung durchlief, in der französischer Einfluss in Architektur und Stadtplanung deutlich sichtbar wurde.

Wann findet das George-Enescu-Festival statt?

Das Festival für klassische Musik findet seit 2001 alle zwei Jahre im September statt, jeweils in ungeraden Jahren.

Wie kommt man vom Flughafen ins Stadtzentrum?

Vom Flughafen Henri Coandă (Otopeni) verkehren Expressbusse und eine Bahnverbindung ins Stadtzentrum; alternativ sind Taxis und offizielle Fahrdienste verfügbar.

Quellen und weiterführende Links