Timișoara

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Voytek S, Timisoara – Piata Unirii, CC BY-SA 2.5

Timișoara – im Deutschen auch bekannt als Temeswar oder Temeschburg – ist die drittgrößte Stadt in Rumänien. Sie hat eine beachtliche Geschichte, die vielen Deutschen nicht bekannt ist, obwohl sie starke Bezüge zum deutschsprachigen Raum hat und es in der Stadt eine deutschsprachige Bevölkerung gibt.

Seit dem Jahr 2020 ist sogar ein deutscher Politiker (Dominic Samuel Fritz) Bürgermeister der Stadt. Die historische Innenstadt ist mit ihren zahlreichen Sehenswürdigkeiten und kulturellen Begebenheiten in jedem Fall eine Reise Wert.

Lage

Timișoara liegt im Westen Rumäniens an der Grenze zu Ungarn und ist somit schnell mit dem Auto über die mittlerweile gut ausgebauten Straßen zu erreichen. Der internationale Flughafen Aeroportul Internațional Traian Vuia wird von Deutschland aus direkt angeflogen. Die Stadt liegt im historischen Banat und ist die Heimat der sogenannten “Banater Schwaben”.

Obwohl nach dem Fluss Temesch (Timiș) benannt, fließt seit dessen Begradigung die Bega durch das Stadtgebiet und prägt das Stadtbild.

Geschichte

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Turbojet, Timisoara, Palatul Mercur (1), CC BY-SA 4.0

Timișoara ist ein geschichtsträchtiger Ort. Zahlreiche Herrscher bestimmten im Mittelalter über das heutige Gebiet von Timișoara. Zum Teil war es die Residenz des Königs von Ungarn und Kroatien, später Teil des osmanischen Reichs. Ab 1716 stand es unter österreichischer und später österreichisch-ungarischer Herrschaft und war zeitweise sogar Hauptstadt des Kronlandes Woiwodschaft Serbien und Temescher Banat.

Durch den Anschluss an das Eisenbahnnetz und die Kanalisierung der Bega blühte die Stadt ab 1857 wirtschaftlich auf. Am 12. November 1884 wurde in Timișoara die erste elektrische Straßenlaterne in Europa in Betrieb genommen.

Im Ersten Weltkrieg blieb die Stadt weitestgehend von Kampfhandlungen verschont. Am 4. Juni 1920 wurde jedoch im Friedensvertrag von Trianon die Teilung des Banats beschlossen, durch welche die Stadt Rumänien zugeordnet wurde.

Im Zweiten Weltkrieg lehnte sich Rumänien zunächst aus Angst vor einer sowjetischen Invasion eng an das Deutsche Reich. 1944 drang die Rote Armee jedoch immer weiter in rumänisches Gebiet vor. Nach einem Staatsstreich, bei welchem der Militärdiktator Antonescu gestürzt wurde, hob Rumänien die diplomatischen Beziehungen zum Deutschen Reich auf. Infolgedessen wurde unter anderem auch Timișoara angegriffen und beschädigt.

Unter der kommunistischen Herrschaft der Nachkriegszeit fand eine völlige Umstrukturierung der wirtschaftlichen Verhältnisse statt.

Die Rumänische Revolution von 1989 nahm in Timișoara ihren Anfang und breitete sich im ganzen Land aus. Als Ergebnis dieses Umsturzes wurde der kommunistische Diktator Nicolae Ceaușescu gestürzt und erschossen.

Seit dem erholt sich die Stadt stetig, wurde mit viel Aufwand saniert, ist interessant für Investoren und wurde zur Kulturhauptstadt Europas ernannt.

Sehenswürdigkeiten

Durch die Bewerbung als Kulturhauptstadt Europas wurde viel Geld in die Sanierung der Altstadt gesteckt. Das Ergebnis ist in jedem Fall eine Reise wert.

Historische Altstadt

alte gebäude timisoara
Architect: Unknown authorUnknown author Photo: Turbojet, Timisoara, Casa Csasznek, CC BY-SA 4.0

Es lohnt sich eine Führung durch die historische Altstadt oder deren Erkundigung auf eigene Faust. Hier kann neben der ersten Straßenlaterne Europas die renovierte orthodoxe Kathedrale mit dem schön bepflanzten Vorplatz besichtigt werden, an dem zahlreiche Cafés und Restaurants liegen und auf dem viele Veranstaltungen stattfinden. Sehenswert ist auch der wieder hergerichtete Urinii Platz und der Libertatii Platz.

Bega und Parkanlagen

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Antonius Plaian from Timisoara, Romania, Timisoara – Victory Square (2), CC BY 2.0

Zur Entspannung ist ein Spaziergang an der Bega mit Einkehr in eine der zahlreichen Bars und Biergärten ein Muss. Die Bega ist gesäumt von wundervollen Parkanlagen, die man in jedem Fall besichtigen sollte. Besonders empfehlenswert ist der Rosengarten “Parcul Rozelor”.

Mit Kindern sollte man unbedingt den Parcul Copiilor zwischen der Michelangelo-Brücke und der Decebal-Brücke besuchen. Hier erstrecken sich entlang der Bega weitläufige Grünflächen mit unzähligen Spielplätzen, Spiel- und Entdeckungsmöglichkeiten für Kinder, aufgeteilt in 23 Themenwelten. Der Eintritt ist frei.

Kultur

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LuminitaM, Piata Operei, Timisoara, CC BY-SA 3.0

Auch ohne die Veranstaltungen rund um die Ernennung zur Kulturhauptstadt Europas hat Timișoara kulturell vieles zu bieten. Neben zahlreichen Festivals und Konzerten lädt das rege Treiben und Nachtleben der Stadt zum Feiern ein. Nationaltheater und Opernhaus sind nicht nur architektonisch eine Sehenswürdigkeit, sondern glänzen auch mit zahlreichen Aufführungen.

Essen und Trinken

Nicht versäumen sollte man es, das original rumänische Essen zu probieren. Empfehlenswert ist das Traditionsgericht Mitch mit Mamaliga (Polenta) oder Sarmale (Krautwickel).

Neben regional gebrautem Bier werden auch immer frische Limonaden angeboten. Empfehlenswert ist beispielsweise das Brauereilokal von Timișoreana Beer in der Strada Ștefan cel Mare 31-27.

Weiterführende Webseiten

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