Die Altstadt von Bukarest

altstadt von bukarest
Crislia, Old city center Bucharest Bucuresti Romania, CC BY-SA 4.0

In der Europäischen Union ist Bukarest zwar die siebtgrößte Stadt, stand aber lange Zeit im Schatten anderer europäischer Metropolen. Nun zeigt sich, dass die Hauptstadt Rumäniens zu Unrecht außer Acht gelassen wurde, denn ihre wechselvolle Geschichte hat insbesondere die Altstadt von Bukarest architektonisch zu einem außergewöhnlichen Kleinod gemacht.

Die markante Altstadt

Ankunft und Anfahrt

Vom internationalen Flughafen aus sind es nur 18 Kilometer bis ins Stadtzentrum, die mit dem Express Bus Nr. 783 oder per Taxi zurückgelegt werden können.

Die Altstadt von Bukarest befindet sich nördlich des Flusses Dâmbovița, der von West nach Ost durch die rumänische Stadt in der Walachei fließt. Der Stadtteil wird durch den Universitätsplatz im Norden und die verkehrsreiche Hauptstraße „Pasara unirii“ im Osten begrenzt.

Kultur, Politik, Bildung

Museum of art bukarest
Crislia, Museum of Art of Romania Bucharest Bucuresti Romania Revolution Square Piata Revolutiei, CC BY-SA 4.0

Einst war die Stadt schon Hauptstadt der Walachei, bevor sie auch zum kulturellen, wirtschaftlichen und politischen Zentrum des gesamten Landes wurde. Heute glänzt Bukarest mit verschiedenen Hochschulen und Universitäten und ist Sitz gleich mehrerer Theater und weiterer kultureller Einrichtungen. Zudem gibt es viele unterschiedliche Museen zu besichtigen und zu erleben.

Die Architektur der Hauptstadt ist geprägt von den unterschiedlichsten Einflüssen der früheren Epochen. Insbesondere das Vorbild der französischen Hauptstadt, der sich beim Bau der Altstadt Bukarests niederschlug, hat der Stadt einen passenden Spitznamen eingetragen: „Paris des Ostens“. Um den Zweiten Weltkrieg herum entstanden dann Gebäude, die einen internationalen und damals modernen Stil zeigten.

Zerstörung und Auferstehung

Kein Wunder also, dass die Altstadt von Bukarest und das Viertel Lipscani, zu dem sie gehört, voller Gegensätze sind. Neben den verzierten Altbauten ragen Hochhäuser empor und mischen sich mit Plattenbauten. Aufwendige Restaurierungen haben dem Viertel seinen alten Glanz zurückgegeben, der in der Ära des Diktators Ceausescu teilweise verloren gegangen war.

Er hatte in den 24 Jahren seiner Regierungszeit (1965 – 1989), speziell beim Wiederaufbau nach einem Erdbeben im Jahr 1977, zahllose Gebäude der Hauptstadt zerstört. Ersetzt wurden sie durch Bauten im „Zuckerbäckerstil“. Das größte europäische Gebäude, der unweit der Altstadt gelegene Parlamentspalast mit gut 1.100 Zimmern, spiegelt diesen umstrittenen Baustil wider.

Sehenswertes

Dimitrie Gusti nationalmuseum
Strainu, Completări Muzeul Național al Satului „Dimitrie Gusti” 2, CC BY-SA 3.0

Die Museumslandschaft

Auf die Zeit der Diktatur und des Kommunismus geht das Nationalmuseum für Kunst ein. Die Museumslandschaft von Bukarest ist nicht weniger variabel als der Baustil der Hauptstadt. Zu den interessantesten Museen gehören neben dem Kunstmuseum:

  • das Museum der Sinne
  • das Nationalmuseum der Landesgeschichte
  • das Rumänische Bauernmuseum
  • das Nationale Museum der Gegenwartskunst
  • die Villa von Nicolae Ceausescu
  • das Rumänische Museum für Kitsch
  • das bäuerliche Freilichtmuseumsdorf „Dimitrie Gusti”
  • das Nationale Heeresmuseum
  • das Museum „Klein Paris/Micul Paris“

Die Eintrittsgelder für die Museen sind im Vergleich zu hiesigen Preisen verschwindend gering. So kostet das Ticket für das Bauernmuseum beispielsweise 8 Lei, umgerechnet unter 2 Euro.

Das Trendviertel an der Strada Lipscani

Passend für Besucher finden sich im Trendviertel um die Leipziger Straße (Strada Lipscani) unzählige Möglichkeiten, sich zu verköstigen. Gestärkt geht es dann zur „Neuen St. Georg Kirche“, die allerdings bereits 1699 erbaut wurde und damit nicht wirklich „neu“.

Die Malereien im Inneren der Kirche sind zahlreich und ziehen sich durch den kompletten Innenraum. Gleich nebenan liegt ein kleiner Park, in dem der Null-Punkt der Landesvermessung Rumäniens liegt. Auch Bukarests schillerndes Nachtleben ist an der Strada Lipscani zu finden.

Ein Kloster und zahllose Kirchen

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Neoclassicism Enthusiast, The Romulus Porescu house from Bucharest (Romania), CC BY-SA 4.0

Neben der St. Georg Kirche erwarten Besucher gut 100 Kirchen in Bukarest. Die Altstadt von Bukarest beherbergt die “Russische Kirche” und die orthodoxe St. Demetrius Kirche sowie die ebenfalls orthodoxe Buna Vestire Kirche. Besonders sehenswert ist das Kloster Stavropoleus. Es stammt aus dem Jahr 1724 und zählt zu den bedeutendsten und schönsten Denkmälern der Architektur in der Stadt.

Bukarest als Anziehungspunkt

Bukarest wird als Reiseziel zwar zunehmend beliebter, gilt aber bei vielen immer noch als Geheimtipp. Per Flugzeug sind es knapp über 2 Stunden, um die architektonisch so interessante Stadt zu erreichen. Ihre wechselvolle Historie und ihre Entwicklung nach der Zeit in der Diktatur machen sie so sehenswert und erlebnisreich.

mögen die Gebäude auch oftmals auf alte Epochen zurückgehen, so zeigt sich Bukarest doch als moderne und gebildete Stadt mit seinen zahllosen Hochschulen und den vielen jungen Menschen. Abends spiegelt sich das in der Clubszene und den Theatern wider. Die aufstrebende Kulturszene überrascht zudem mit Festivals und Musik.

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