Die Altstadt von Bukarest

altstadt von bukarest
Crislia, Old city center Bucharest Bucuresti Romania, CC BY-SA 4.0

Die Altstadt von Bukarest rund um das Viertel Lipscani zeigt auf engem Raum, wie unterschiedlich die Epochen der Stadt ihre Spuren hinterlassen haben: Bürgerhäuser aus dem 18. und 19. Jahrhundert, Bauten im Stil der französischen Belle Époque und Plattenbauten aus der Ceaușescu-Zeit stehen hier dicht beieinander.

Die markante Altstadt

Ankunft und Anfahrt

Vom internationalen Flughafen Henri Coandă sind es rund 18 Kilometer bis ins Stadtzentrum, die mit dem Express-Bus Nr. 783 oder per Taxi zurückgelegt werden können.

Die Altstadt liegt nördlich des Flusses Dâmbovița, der die Stadt von West nach Ost durchquert. Der Stadtteil wird etwa durch den Universitätsplatz im Norden und den Platz Piața Unirii im Osten begrenzt.

Kultur, Politik, Bildung

Museum of art bukarest
Crislia, Museum of Art of Romania Bucharest Bucuresti Romania Revolution Square Piata Revolutiei, CC BY-SA 4.0

Bukarest war zunächst Hauptstadt der Walachei, bevor es zum politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Zentrum ganz Rumäniens wurde. Heute ist die Stadt Sitz mehrerer Universitäten und Hochschulen, zahlreicher Theater sowie einer breiten Museumslandschaft.

Die Architektur der Altstadt ist von unterschiedlichen Epochen geprägt. Der Einfluss der französischen Hauptstadt beim Bau vieler Gebäude im 19. und frühen 20. Jahrhundert trug der Stadt den historischen Beinamen „Paris des Ostens“ ein. Um den Zweiten Weltkrieg entstanden zusätzlich Bauten im damals modernen, international geprägten Stil.

Zerstörung und Wiederaufbau

Entsprechend gegensätzlich wirkt das Lipscani-Viertel: Neben verzierten Altbauten stehen Hochhäuser und Plattenbauten. Umfangreiche Restaurierungen haben der Altstadt in den vergangenen Jahren einen Teil ihres historischen Erscheinungsbilds zurückgegeben, das während der Diktatur unter Nicolae Ceaușescu (1965–1989) teilweise verloren ging.

Vor allem beim Wiederaufbau nach dem schweren Erdbeben von 1977 ließ Ceaușescu zahlreiche historische Gebäude der Hauptstadt abreißen und durch Bauten im sogenannten Zuckerbäckerstil ersetzen. Der unweit der Altstadt gelegene Parlamentspalast mit, je nach Zählweise, rund 1.000 bis über 3.000 Räumen gilt als größtes Verwaltungsgebäude Europas und nach dem Pentagon als zweitgrößtes der Welt.

Sehenswertes

Dimitrie Gusti nationalmuseum
Strainu, Completări Muzeul Național al Satului „Dimitrie Gusti” 2, CC BY-SA 3.0

Die Museumslandschaft

Das Nationalmuseum für Kunst geht unter anderem auf die Zeit des Kommunismus ein. Zu den weiteren sehenswerten Häusern zählen:

  • das Museum der Sinne
  • das Nationalmuseum der Landesgeschichte
  • das Rumänische Bauernmuseum
  • das Nationale Museum der Gegenwartskunst
  • die frühere Ceaușescu-Villa (Palatul Primăverii)
  • das Rumänische Museum für Kitsch
  • das bäuerliche Freilichtmuseumsdorf „Dimitrie Gusti“
  • das Nationale Heeresmuseum
  • das Museum „Klein Paris/Micul Paris“

Die Eintrittspreise für die Museen liegen meist deutlich unter westeuropäischem Niveau; das Ticket für das Bauernmuseum kostete zuletzt rund 8 Lei (unter 2 €). Preise und Öffnungszeiten sollten vor dem Besuch aktuell geprüft werden.

Das Viertel an der Strada Lipscani

Im Viertel um die Strada Lipscani (Leipziger Straße) reihen sich zahlreiche Restaurants, Cafés und Bars aneinander. In der Nähe steht die Neue St.-Georg-Kirche (Biserica Sfântul Gheorghe Nou), die Fürst Constantin Brâncoveanu zwischen 1705 und 1707 auf den Grundmauern einer älteren Kirche errichten ließ.

Der Innenraum ist durchgehend mit Malereien ausgestattet. Auf dem kleinen Platz vor der Kirche liegt der „Kilometer null“ Rumäniens, von dem aus die Straßenentfernungen im Land gemessen werden. Auch das Nachtleben Bukarests mit Bars und Clubs konzentriert sich zu großen Teilen auf die Strada Lipscani.

Ein Kloster und zahlreiche Kirchen

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Neoclassicism Enthusiast, The Romulus Porescu house from Bucharest (Romania), CC BY-SA 4.0

Neben der St.-Georg-Kirche zählt Bukarest weit über 50 weitere Kirchen im Stadtgebiet. In der Altstadt liegen unter anderem die „Russische Kirche“ sowie die orthodoxen Kirchen St. Demetrius und Buna Vestire. Besonders sehenswert ist das Kloster Stavropoleos aus dem Jahr 1724, eines der bedeutendsten Baudenkmäler der Stadt im typisch rumänischen Brâncoveanu-Stil.

Bukarest als Reiseziel

Bukarest wird als Reiseziel zunehmend bekannter, gilt im Vergleich zu anderen europäischen Hauptstädten aber weiterhin als weniger frequentiert. Von Deutschland aus dauert ein Direktflug rund zwei bis drei Stunden. Neben der wechselvollen Geschichte prägen auch aktuelle Veranstaltungen wie die Outernational Days das kulturelle Leben der Stadt.

Auch wenn viele Gebäude auf frühere Epochen zurückgehen, zeigt sich Bukarest mit seinen Hochschulen und der jungen Bevölkerung als vergleichsweise moderne Stadt; abends spiegelt sich das in Clubszene und Theaterprogramm wider. Wer die Altstadt mit weiteren Zielen verbinden möchte, findet in den Top-7-Ausflugszielen in Bukarest Anregungen, etwa den Triumphbogen (Arcul de Triumf) oder das nahe gelegene Snagov-Kloster.

Häufig gestellte Fragen

Wie kommt man vom Flughafen in die Altstadt?

Vom Flughafen Henri Coandă aus fährt der Express-Bus Nr. 783 ins Zentrum, alternativ steht ein Taxi zur Verfügung. Die Strecke beträgt rund 18 Kilometer.

Warum heißt Bukarest „Paris des Ostens“?

Der Beiname geht auf die Architektur zahlreicher Gebäude aus dem 19. und frühen 20. Jahrhundert zurück, die sich am Vorbild Paris orientierten – sichtbar unter anderem an Fassaden und Straßenzügen in und um die Altstadt.

Was ist der „Kilometer null“ in Bukarest?

Ein Denkmal auf dem Platz vor der Neuen St.-Georg-Kirche markiert den Referenzpunkt, von dem aus die Straßenentfernungen zwischen Bukarest und anderen rumänischen Städten gemessen werden.

Lohnt sich ein Museumsbesuch in der Altstadt?

Ja. Museen wie das Rumänische Bauernmuseum oder das Freilichtmuseum „Dimitrie Gusti“ sind günstig und zeigen einen breiten Ausschnitt rumänischer Kultur- und Landesgeschichte; genaue Preise vor dem Besuch prüfen.

Quellen und weiterführende Links