Sucevița-Kloster

Sucevița-Kloster
Alexandru Ene, RO SV – Mănăstirea Sucevița, CC BY-SA 3.0 RO

Einführung

Das Kloster Sucevița in der Bukowina, im Nordosten Rumäniens, gehört zu den bekanntesten der Moldauklöster. Es ist das einzige unter ihnen, dessen Kirchenwände sowohl innen als auch außen vollständig mit Fresken bedeckt sind, und seit 2010 Teil der UNESCO-Welterbestätte Churches of Moldavia.

Wo befindet es sich?

Das Sucevița-Kloster ist ein orthodoxes Frauenkloster im südlichen Teil der Bukowina, am Fluss Sucevița (einem Nebenfluss der Suceava), im gleichnamigen Dorf, etwa 18 Kilometer von der Stadt Rădăuți entfernt.

Geschichte

Der Klosterkomplex entstand ab den 1580er-Jahren im Auftrag der Brüder Ieremia, Gheorghe und Simion Movilă aus der Bojarenfamilie Movilești; Ieremia Movilă regierte später als Fürst der Moldau. Die Kirche selbst wurde um 1583/84 errichtet, die heute erhaltenen Fresken entstanden 1601.

Sucevița diente sowohl als befestigte Fürstenresidenz als auch als Klosterkomplex, in dem Manuskripte und gedruckte Bücher entstanden. In den ehemaligen Wohnräumen innerhalb der Klostermauern ist heute ein Museum untergebracht, das kirchliches Silbermobiliar, Bücher und Manuskripte sowie die Fresken an den Grabstätten der Familie Movilești zeigt.

Merkmale des Klosters

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Dickelbers, Romania Suceviţa monastery 7, CC BY-SA 3.0

Die Architektur der Kirche verbindet byzantinische und gotische Elemente und lehnt sich an die anderen bemalten Kirchen Nordmoldawiens an. Der quadratische Innenhof des Komplexes misst etwa 100 Meter je Seite und ist von rund 6 Meter hohen, 3 Meter dicken Mauern mit vier Ecktürmen umgeben.

Prägendstes Merkmal sind die Kirchenwände, die außen wie innen mit Fresken zu Szenen aus Altem und Neuem Testament bedeckt sind. Zu den bekanntesten Außenfresken zählen:

  • Das „Gebet zu Allerheiligen“ an der Nordwand.
  • Die „Treppe der Tugenden“ (Scara Virtuților): eine Darstellung des Kampfes zwischen Gut und Böse, in der Engel die Tugendhaften zum Himmel geleiten, während die Verdammten in die Arme eines Teufels fallen.
  • An der Südwand der „Baum Isais“ (Wurzel Jesse) neben Szenen aus dem marianischen Akathistos-Hymnus.

Im Kircheninneren dominiert das Fresko des Jüngsten Gerichts. Ein weiteres großformatiges Wandbild zeigt die sieben ökumenischen Konzilien, die zwischen 325 (Erstes Konzil von Nicäa) und 787 (Zweites Konzil von Nicäa) stattfanden.

Praktische Hinweise für den Besuch

Sucevita
Sinziana, Sucevita 4, CC BY-SA 3.0 RO

Eintrittspreise und Fotografieren

Der Eintritt liegt Berichten zufolge bei rund 5 bis 10 Lei (etwa 1 bis 2 €); für Fotos wird an vielen Moldauklöstern eine gesonderte, meist kleine Gebühr fällig, im Kircheninneren ist das Fotografieren teils zum Schutz der Fresken eingeschränkt. Beträge und Regeln ändern sich immer wieder – aktuelle Angaben vor Ort erfragen.

Wie komme ich zum Sucevița-Kloster?

Die nächstgelegene größere Stadt ist Suceava, rund 55 Kilometer entfernt. Am unkompliziertesten lässt sich die Strecke mit dem Mietwagen zurücklegen. Ohne eigenes Auto bietet sich ein Taxi an (Richtwert 25 bis 30 €, Preis vorab verhandeln) oder eine Kombination aus Taxi und Bus für einzelne Teilstrecken, was die Fahrzeit verlängert.

Andere Klöster in der Umgebung

kloster putna
https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/3/34/Putna.PNG

In der Nähe liegt mit dem Kloster Putna ein weiteres bedeutendes Kloster der Region, rund 35 Kilometer von Sucevița entfernt. Da öffentliche Verkehrsmittel dorthin fehlen, ist es am ehesten mit eigenem Auto oder Taxi erreichbar. Wer mehrere Moldauklöster besuchen möchte, findet dazu auch beim Snagov-Kloster bei Bukarest Vergleichsmaterial – dort liegt der Schwerpunkt allerdings eher auf der Insellage als auf Fresken.

Fazit

Sucevița zeigt, im Unterschied zu vielen anderen Moldauklöstern, sowohl innen als auch außen vollständig erhaltene Fresken aus dem frühen 17. Jahrhundert und eine noch weitgehend intakte Wehranlage. Das Kloster liegt abseits größerer Städte, in ruhiger, von Wäldern umgebener Lage.

Wer eine Reise in die Bukowina plant, kombiniert den Besuch meist mit weiteren Moldauklöstern; für eine größere Rumänien-Rundreise eignen sich Städte wie Bukarest als Ausgangspunkt oder ein Abstecher zu anderen kulturhistorischen Zielen wie Schloss Peleș in Sinaia. Für Landschaftsaufnahmen der bewaldeten Karpatenausläufer um die Bukowina eignen sich besonders die Herbstmonate.

Häufig gestellte Fragen

Warum ist das Sucevița-Kloster besonders?

Es ist das einzige der acht UNESCO-gelisteten Moldauklöster, dessen Kirchenwände innen und außen vollständig mit Fresken bedeckt sind, ergänzt durch eine gut erhaltene Wehranlage mit vier Ecktürmen.

Wie weit ist es von Suceava entfernt?

Rund 55 Kilometer. Ohne eigenes Auto sind Taxi oder eine Kombination aus Taxi und Bus die gängigen Optionen.

Seit wann gehört Sucevița zum UNESCO-Welterbe?

Seit 2010, als die Kirche der Auferstehung des Klosters Sucevița in die bereits 1993 eingerichtete Welterbestätte „Churches of Moldavia“ aufgenommen wurde.

Lässt sich Sucevița mit dem Putna-Kloster verbinden?

Ja, beide liegen rund 35 Kilometer auseinander. Da Putna kaum an öffentliche Verkehrsmittel angebunden ist, empfiehlt sich ein Mietwagen oder Taxi für beide Ziele.

Quellen und weiterführende Links