Die Bucegi-Sphinx in den Bucegi-Bergen

bucegi sphinx
corina ardeleanu corina, Pebble circle and a rock (Unsplash), CC0 1.0

Im Bucegi-Gebirge, einem Teil der Südkarpaten, liegt auf rund 2.216 Metern Höhe eine Felsformation, die im Profil an die ägyptische Sphinx von Gizeh erinnert. Der Fels erhielt seinen Namen erst 1936, als erstmals ein Foto aus seitlicher Perspektive aufgenommen wurde – frühere Aufnahmen zeigten ihn nur von vorne, ohne die markante Silhouette.

Das Gebiet

Die Karpaten ziehen sich über rund 1.500 Kilometer durch Mittel- und Osteuropa, von der Slowakei über Polen, die Ukraine und Rumänien bis nach Serbien. Der größte zusammenhängende Abschnitt liegt in Rumänien; das Bucegi-Gebirge bildet dabei einen Teil der Südkarpaten im Zentrum des Landes, unweit des Schlosses Peleș in Sinaia.

Der höchste Punkt des Gebirges ist der Omu-Gipfel mit 2.505 Metern. Die weite Hochebene, auf der Sphinx und die als Babele bekannten Felsformationen liegen, befindet sich auf rund 2.200 Metern.

Legenden aus der Region

Das Gebiet des heutigen Rumänien war als Provinz Dacia Teil des Römischen Reiches; antike Autoren überlieferten mehrere Sagen über diese Bergregion.

Eine der bekanntesten Legenden erzählt von Zalmoxis, einer Gottheit der Daker, die nach der Überlieferung des griechischen Historikers Herodot mit Blitz und Donner in Verbindung gebracht wurde. Der Sage nach zog sich Zalmoxis für mehrere Jahre in einen unterirdischen Rückzugsort zurück, bevor er wieder erschien und von den Daker*innen als Gottheit verehrt wurde.

Die Sphinx

Bucegi_Sphinx_-_Romania
Radu Privantu, Bucegi Sphinx – Romania – July 2009, CC BY 2.0

Wind, Regen und Frost haben die Felsen der Bucegi-Hochebene über Jahrtausende zu ungewöhnlichen Formen erodiert. Die Sphinx ist dabei mit rund 8 Metern Höhe und 12 Metern Breite eine der auffälligsten Formationen.

Geologisch handelt es sich, wie bei den benachbarten Babele, um verwitterten Konglomeratgestein. Die Ähnlichkeit mit einem Gesicht ergibt sich nur aus einem bestimmten Blickwinkel – daher blieb sie auf den frühen Frontalaufnahmen unbemerkt.

Neben der geologischen Erklärung kursieren um die Sphinx auch unbelegte Theorien, etwa dass es sich um die Überreste eines von Menschenhand errichteten Bauwerks oder einer Anlage tief im Untergrund handeln könnte. Für solche Annahmen gibt es keine wissenschaftlichen Belege; sie werden aber häufig zusammen mit der Zalmoxis-Legende erzählt.

Anreise zur Bucegi-Hochebene

Anders als oft behauptet, ist die Hochebene mit Sphinx und Babele nicht nur mit dem Auto erreichbar. Von Bușteni aus, das an der Bahnstrecke Bukarest–Brașov liegt, führt eine Seilbahn (Telecabina Bușteni–Babele) auf rund 4,3 Kilometern Länge in etwa 13 Minuten direkt zur Hochebene. Die Fahrt kostet für Erwachsene aktuell rund 100 bis 200 Lei je nach einfacher Fahrt oder Rückfahrt; Preise, Betriebszeiten und Wetterabhängigkeit vor der Reise prüfen.

Sowohl Bușteni als auch Sinaia sind mit dem Zug ab Bukarest in gut anderthalb Stunden zu erreichen, ebenso von Brașov aus. Wer lieber mit dem Auto fährt, benötigt von Brașov aus rund zwei Stunden, von Bukarest über die Autobahn A3 und weiter über die Nationalstraße etwa zwei bis drei Stunden. Wanderwege führen zusätzlich von Bușteni und Sinaia zu Fuß auf die Hochebene, allerdings mit erheblichem Höhenunterschied und entsprechender Kondition.

Wer die Fahrt mit einer größeren Rundreise durch die Karpaten verbinden möchte, kann sie mit einem Abstecher auf die Transfăgărășan oder mit Zielen im Raum Sibiu kombinieren. Für Fotos der Felsformationen bei klarer Fernsicht eignen sich besonders die Herbstmonate.

Weitere Ziele in der Umgebung

naturpark bucegi
Tiia Monto, Parcul Natural Bucegi 3, CC BY-SA 4.0

Kosten

Die Felsformationen selbst sind frei zugänglich; Kosten fallen für Anreise (Seilbahn, Mietwagen) sowie gegebenenfalls für den Zugang zum Bucegi-Naturpark an. Aktuelle Gebühren vor Ort oder beim Betreiber der Seilbahn prüfen.

Sehenswertes auf der Hochebene

  • Die Babele („die alten Frauen“), eine Gruppe pilzförmiger Felsen unweit der Sphinx – wie diese ein beliebtes Fotomotiv.
  • Der Bucegi-Naturpark mit ausgedehnten Wandermöglichkeiten in den Südkarpaten.
  • Die Franz-Joseph- und Sankt-Anna-Klippen bei Sinaia, unweit der ehemaligen königlichen Sommerwiese Poiana Regală.

Fazit

Wer Interesse an Landschaft und Geologie hat, findet auf der Bucegi-Hochebene neben der Sphinx weitere markante Felsformationen und weite Ausblicke über die Südkarpaten – ohne größere Ortschaften in unmittelbarer Nähe. Mit der Seilbahn ab Bușteni ist der Ausflug auch ohne eigenes Auto und ohne längere Wanderung machbar.

Häufig gestellte Fragen

Woher hat die Bucegi-Sphinx ihren Namen?

Der Name geht auf ein 1936 aus seitlicher Perspektive aufgenommenes Foto zurück, auf dem der Fels erstmals eine Ähnlichkeit mit der ägyptischen Sphinx von Gizeh zeigte.

Ist die Sphinx ein von Menschen geschaffenes Bauwerk?

Nein, die geologische Erklärung geht von natürlicher Verwitterung des Konglomeratgesteins aus. Theorien über ein künstliches oder unterirdisches Bauwerk sind nicht wissenschaftlich belegt.

Wie kommt man ohne Auto zur Sphinx?

Mit dem Zug bis Bușteni oder Sinaia und von dort mit der Seilbahn Telecabina Bușteni–Babele auf die Hochebene. Alternativ führen markierte Wanderwege von beiden Orten aus nach oben.

Welche Jahreszeit eignet sich für den Besuch?

Die Sommermonate bieten die stabilsten Bedingungen für Wanderungen und Seilbahnfahrten; auf der Hochebene kann es aber ganzjährig deutlich kälter und windiger sein als im Tal. Wetterlage und Seilbahnbetrieb vor der Fahrt prüfen.

Quellen und weiterführende Links