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Râpa Roșie – die rote Schlucht
Die Râpa Roșie (Rote Schlucht) ist ein Naturdenkmal im Kreis Alba in Siebenbürgen, am Rand der Ausläufer der Karpaten, bekannt für ihr rotes Gestein und ungewöhnliche Felsformationen. Im Volksmund auch „Micul Canion“ (kleiner Canyon) genannt, liegt sie rund vier Kilometer nördlich der Stadt Sebeș am Fluss Secaș.
Größe
Die Schlucht selbst zieht sich über eine Länge von rund 800 Metern, die Höhe der Wände variiert je nach Abschnitt zwischen wenigen und deutlich über 50 Metern. Unter Naturschutz gestellt ist ein rund 24 Hektar großes Areal um die Schlucht. Sie entstand durch Wind- und Wassererosion an rötlichem, eisenoxidhaltigem Sedimentgestein aus der Kreidezeit und verändert sich durch fortlaufende Erosion bis heute.
Naturschutz und Fossilien
Das Gebiet steht seit Mitte des 20. Jahrhunderts unter Schutz und ist als IUCN-Kategorie-III-Gebiet eingestuft (das genaue Ausweisungsjahr wird in rumänischen Quellen unterschiedlich mit 1950 oder 1968 angegeben). Geschützt sind seltene Pflanzen wie die Spät-Nelke, der Schwarzstielige Streifenfarn und das Schweizer Meerträubel. Die Region ist zudem paläontologisch bedeutend: 2007 wurde hier ein Wirbelknochen des Kleinsauropoden Magyarosaurus dacus gefunden – einer der kleinsten bekannten ausgewachsenen Sauropoden mit rund sechs Metern Länge. Bereits im frühen 20. Jahrhundert waren an derselben Fundstelle die ersten Dinosaurierknochen Siebenbürgens entdeckt worden.
Anreise und Führungen
Das Naturreservat ist kostenlos zugänglich und mit dem Auto zu erreichen; bei Regen ist die letzte, unbefestigte Wegstrecke jedoch schwer befahrbar. Wer sich näher für die Geschichte des Micul Canion interessiert, kann vor Ort oder im Touristikbüro der Stadtverwaltung Sebeș nach einer Führung fragen; dort finden sich auch Adresse und Telefonnummer des Büros.
Schwierigkeiten bei der Anreise
Die Zufahrt ist nicht überall ausgeschildert, und bei regnerischem Wetter ist die Anfahrt mit dem Auto nicht zu empfehlen, da der letzte Streckenabschnitt dann schlecht befahrbar wird. Festes Schuhwerk und ausreichend Zeit sind sinnvoll – wer die Zufahrt nicht auf Anhieb findet oder mehr klettern möchte als geplant, sollte sich für den Tag nichts weiter vornehmen.
Kulturelles und Übernachtungsmöglichkeiten im Umkreis

Die nahegelegene Stadt Sebeș (Mühlbach) wurde wie viele Ortschaften der Region lange von Siebenbürger Sachsen geprägt. Zu den Sehenswürdigkeiten zählen die evangelische Stadtpfarrkirche aus dem 13./14. Jahrhundert, die weitgehend erhaltene Stadtmauer aus dem 14. Jahrhundert und die Franziskanerkirche aus dem 13. Jahrhundert.
Einen Besuch wert ist außerdem das rund 55 Kilometer entfernte Sibiu (Hermannstadt), die Hauptstadt Siebenbürgens und Kulturhauptstadt Europas 2007, mit historischen Gebäuden, Kirchen, zwei jüdischen Friedhöfen und mehreren Parks. Wer die Region zu einer anderen Jahreszeit bereisen möchte, findet Reisetipps für den Herbst in Rumänien in einem eigenen Beitrag; für eine Fahrt über die Berge eignet sich ein Abstecher zur Transfăgărășan.
Zusammenfassung
- Naturschutzgebiet der IUCN-Kategorie III, geschützt seit den 1950er- bzw. 1960er-Jahren je nach Quelle
- bei gutem Wetter mit dem Auto zugänglich, bei Regen wird die Anreise nicht empfohlen
- rund 800 Meter lange Schlucht mit auffälligem rotem Gestein
- seltene Pflanzen und ein Fundort früher Dinosaurierfossilien Siebenbürgens
- festes Schuhwerk und ausreichend Zeit einplanen
- Gewässer zum Abkühlen in der Nähe: Der Secaș mündet bei Sebeș in die Mureș
- kulturelle Angebote und Übernachtungsmöglichkeiten in Sebeș und Sibiu
Fazit
Die Râpa Roșie ist ein wenig frequentiertes Naturschutzgebiet inmitten weitgehend unberührter Landschaft. Wer die Schlucht besucht, sollte sich auf den Wegen halten und Rücksicht auf die geschützten Pflanzen nehmen, damit das Areal seinen Zustand behält.
Häufig gestellte Fragen
Wie kommt man zur Râpa Roșie?
Die Schlucht liegt rund vier Kilometer nördlich von Sebeș und ist bei trockenem Wetter mit dem Auto erreichbar. Der letzte Abschnitt ist unbefestigt und bei Regen schlecht befahrbar; festes Schuhwerk für den Fußweg ist empfehlenswert.
Kostet der Besuch Eintritt?
Das Naturreservat ist frei zugänglich. Für Führungen mit Hintergrundwissen zur Geologie und Geschichte des Ortes lohnt sich eine Nachfrage im Touristikbüro von Sebeș.
Warum ist das Gestein rot?
Die auffällige Farbe stammt von Eisenoxid in den Sedimentschichten aus der Kreidezeit, die über Jahrmillionen durch Wind und Wasser freigelegt und geformt wurden.
Welche Dinosaurierfunde gab es an der Râpa Roșie?
An der Fundstelle wurden die ersten Dinosaurierknochen Siebenbürgens geborgen, darunter 2007 ein Wirbelknochen des Kleinsauropoden Magyarosaurus dacus. Die Funde sind wissenschaftlich dokumentiert, aber nicht öffentlich vor Ort ausgestellt.