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Beitragsbild: Foto: MariaCristina9216, „Cozonac roumain“, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons
Cozonac ist ein süßes, lockeres Hefegebäck, das mit Eiern, Zucker und Butter angereichert und meist mit einer Walnuss-Eischnee-Füllung spiralförmig gerollt wird. In Rumänien gehört er zu den festen Bestandteilen der Festtagstafel an Ostern, Weihnachten und Neujahr; ein eng verwandtes Gebäck, Kozunak, gehört auch zur bulgarischen Ostertradition.
Geschichte und kulturelle Bedeutung
Cozonac wird seit Generationen zu religiösen Feiertagen gebacken, wobei jede Familie ihre eigene Variante mit unterschiedlichen Füllungen aus Nüssen, Mohn, Rosinen oder Gewürzen pflegt. Am 9. Mai 2006, dem Europatag, wurde Cozonac im Rahmen der Kulturinitiative Café Europe des Instituts der Regionen Europas während der österreichischen EU-Ratspräsidentschaft als typische Süßspeise Rumäniens in der Reihe „Sweet Europe“ vorgestellt – ein Beleg für den Stellenwert des Gebäcks als kulinarisches Aushängeschild des Landes.
| Feiertag | Typische Variante | Verbreitung |
|---|---|---|
| Ostern | mit Ei und Zitronenabrieb | Rumänien, Bulgarien (als Kozunak) |
| Weihnachten | mit Walnüssen und Kakao | Rumänien |
| Neujahr | mit Mohn und Rosinen | Rumänien, Bulgarien |
Etymologie und Symbolik
Der rumänische Sprachforscher August Scriban führt den Namen Cozonac auf das neugriechische Wort „kosonáki“ zurück, abgeleitet von „kosóna“ für „Puppe“ oder einen in ein Tuch gewickelten Körper – ein Bild, das sich in der runden, spiralig gewickelten Form des Gebäcks wiederfindet. In der volkstümlichen Deutung wird die runde Form je nach Anlass unterschiedlich gelesen: zu Ostern steht sie sinnbildlich für den vom Kreuz abgenommenen Leib Christi, zu Weihnachten für das in der Krippe liegende Jesuskind.
Klassisches Rezept mit Walnussfüllung
Die Zubereitung beginnt mit einem Vorteig aus lauwarmer Milch, frischer Hefe, etwas Zucker und Mehl, der an einem warmen Ort ruht, bis sich Bläschen bilden. Anschließend werden geschmolzene Butter, Eigelb, Zucker, Vanillezucker und etwas Zitronenabrieb untergerührt und das restliche Mehl portionsweise eingearbeitet. Der Teig wird rund 10 Minuten geknetet, bis er weich, elastisch und nicht mehr klebrig ist, und braucht danach eine weitere Gehzeit an einem warmen Ort.
Für die Füllung wird Eischnee steif geschlagen und behutsam mit gesiebtem Puderzucker und gemahlenen Walnüssen vermengt. Der ausgerollte Teig wird mit der Nussmasse bestrichen, aufgerollt und in gefettete Kastenformen gesetzt. Vor dem Backen wird die Oberfläche mit Eigelb bestrichen; bei 180 °C Ober-/Unterhitze braucht der Cozonac im vorgeheizten Ofen etwa 45 bis 50 Minuten, bis er goldbraun und beim Anklopfen hohl klingt.
| Zutat | Übliche Menge (für den Teig) |
|---|---|
| Mehl | ca. 1 kg |
| Warme Milch | ca. 400–500 ml |
| Frische Hefe | ca. 40–50 g |
| Zucker | ca. 250 g |
| Eier bzw. Eigelb | 4–6 Stück |
| Butter, geschmolzen | ca. 80–100 g |
| Zitronenabrieb, Vanillezucker | nach Geschmack |
| Walnüsse (für die Füllung) | ca. 300–500 g |
Regionale Varianten
Neben Walnüssen sind Mohn, Rosinen, Sultaninen sowie Aromen aus Zitronen- oder Orangenabrieb verbreitete Zutaten, deren genaue Kombination von Region und Familie zu Familie variiert. In manchen Gegenden wird der Teig zusätzlich mit Kakao marmoriert, in anderen bleibt er schlicht und die gesamte Aromatik kommt aus der Füllung.
Cozonac zum Verschenken
Neben dem Platz auf der eigenen Festtagstafel ist Cozonac auch ein verbreitetes Gastgeschenk: Wer zu Ostern, Weihnachten oder Neujahr eingeladen ist, bringt häufig einen selbstgebackenen Cozonac mit, und in vielen Familien werden mehrere Laibe gleichzeitig gebacken, um sie an Nachbarn und Verwandte weiterzugeben.
Aufbewahrung
Fest in Frischhaltefolie oder ein Küchentuch gewickelt hält sich Cozonac bei Zimmertemperatur zwei bis drei Tage, ohne stark auszutrocknen. Für längere Aufbewahrung lässt er sich in Scheiben oder als Ganzes einfrieren und bei Bedarf aufgetaut oder kurz aufgebacken servieren. Angeschnittener Cozonac trocknet an der offenen Schnittfläche am schnellsten aus; hier hilft es, die Schnittstelle mit einer zweiten Kuchenhälfte oder Frischhaltefolie abzudecken.
Häufige Fehler bei der Zubereitung
Ist die Milch für den Vorteig zu heiß, stirbt die Hefe ab und der Teig geht nicht auf; lauwarme Milch ist entscheidend. Zu viel Mehl macht den Cozonac trocken und schwer statt locker – die Teigmenge sollte sich an der angegebenen Konsistenz orientieren, nicht strikt an der Gewichtsangabe. Wird der fertig gebackene Cozonac zu früh angeschnitten, kann er noch zusammenfallen; er sollte vollständig auf einem Kuchengitter auskühlen, bevor er in Scheiben geschnitten wird.
Häufig gestellte Fragen
Wann wird Cozonac traditionell gebacken?
Vor allem zu Ostern, Weihnachten und Neujahr, wobei die Füllung je nach Anlass variiert.
Was ist der Unterschied zum bulgarischen Kozunak?
Beide Gebäcke sind eng verwandte Hefekuchen mit ähnlicher Zubereitung; Kozunak ist vor allem als bulgarisches Ostergebäck bekannt, Cozonac wird in Rumänien zu mehreren Feiertagen gebacken.
Welche Füllungen sind klassisch?
Am verbreitetsten ist eine Walnuss-Eischnee-Füllung, daneben Mohn, Rosinen oder eine Kombination mit Kakao.
Wie erkennt man, dass der Cozonac fertig gebacken ist?
Er ist goldbraun und klingt beim Anklopfen an der Unterseite hohl; das dauert bei 180 °C in der Regel 45 bis 50 Minuten.
Seit wann gilt Cozonac als kulinarisches Aushängeschild Rumäniens auf europäischer Ebene?
Seit 2006, als er beim Europatag im Rahmen der Initiative Café Europe als typisches rumänisches Gebäck vorgestellt wurde.
Woher stammt der Name Cozonac?
Der Sprachforscher August Scriban führt ihn auf das neugriechische „kosonáki“ zurück, abgeleitet von „kosóna“ für „Puppe“ oder einen eingewickelten Körper – ein Bezug zur gewickelten Form des Gebäcks.
Verwandte Gerichte der rumänischen Küche
Als herzhafte Ergänzung zum Festtagstisch passen Mici oder das gefüllte Paprikagericht Ardei umpluți. Als Brotaufstrich für die Feiertage eignet sich Zacuscă, und wer weitere Backwaren der rumänischen Küche entdecken möchte, findet mit Plăcintă ein vielseitiges gefülltes Gebäck.