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Die auf Deutsch Eisenmarkt genannte Burg Hunedoara (Castelul Corvinilor, Corvin-Burg) prägt bis heute das Stadtbild von Hunedoara in Siebenbürgen. Sie steht auf einem Kalkfelsen und gilt als eine der größten Burgen Europas.
Der Sage nach saß Vlad III. Drăculea, besser bekannt als Vlad Țepeș oder „Vlad der Pfähler“ und häufig mit der literarischen Figur Dracula gleichgesetzt, hier mehrere Jahre in Gefangenschaft. Historiker halten diese Version für unsicher: Die meisten Quellen verorten Vlads jahrelange Gefangenschaft eher in der ungarischen Festung Visegrád, ein kurzer Aufenthalt in Hunedoara nach seiner Gefangennahme 1462 gilt aber als möglich.
Historisches

Vom Wehrturm zur Burganlage
Um 1440 ließ der ungarisch-siebenbürgische Feldherr Johann Hunyadi (rumänisch Iancu de Hunedoara) eine bestehende Wehranlage auf dem Felsen zur Burg ausbauen. Bis zum heutigen Erscheinungsbild vergingen mehrere Jahrhunderte mit wiederholten Umbauten und Besitzwechseln. Die beiden prägenden Baustile sind gotisch (frühe Bauphase) und Renaissance (ab dem 16. Jahrhundert, unter anderem unter Hunyadis Sohn, König Matthias Corvinus). Charakteristisch sind hohe Türme, große Fenster und Steinbalkone mit aufwendigen Schnitzereien.
Lage und Bauwerk
Ein rund 7.000 m² großer Fels als Fundament
Die Burg steht auf einem Felsen, der von einem Arm des Baches Zlaști und einem Festungsgraben umgeben ist, und ist über eine hölzerne, auf Steinsäulen ruhende Brücke mit abschließender Zugbrücke erreichbar.
Großzügige Innenräume

Die Räume im Erdgeschoss sind größtenteils für Besucher zugänglich, darunter der Rittersaal, die Kapelle und das Burggefängnis.
Zu den zentralen Bereichen gehören:
- Der Rittersaal – genutzt für Feierlichkeiten und Versammlungen
- Die Diäthalle – ehemals für Zeremonien genutzt
- Die Wendeltreppe – wegen der Größe des Bauwerks selbst schon ein Teil der Besichtigung
Die Legende vom Brunnen
Im Burghof liegt ein knapp 30 Meter tiefer Brunnen. Der Legende nach gruben ihn osmanische Gefangene, denen nach Fertigstellung die Freiheit versprochen worden war.
Nach rund 15 Jahren Grabarbeit erreichten sie das Grundwasser – das Versprechen wurde der Erzählung nach dennoch nicht eingehalten. An einer Wand nahe dem Brunnen soll eine Inschrift der Gefangenen erhalten sein, die sinngemäß mit „Ihr habt zwar Wasser, aber kein Herz“ übersetzt wird. Historisch belegt ist diese Geschichte nicht, sie zählt zu den bekanntesten Legenden der Burg.
Heutige Nutzung

Die ganzjährig zugängliche Burg wird heute für verschiedene Zwecke genutzt, zeitweise auch für Feste und Veranstaltungen im mittelalterlichen Stil.
Seit 1974 beherbergt das zweite Obergeschoss ein Museum, das mit Audioguides in mehreren Sprachen besichtigt werden kann. Die Ausstellung reicht von dakischer und römischer Archäologie über mittelalterliche Funde bis zu Kunst und historischen Büchern. Ein Imbiss auf dem Gelände sorgt für Verpflegung.
Filmkulisse
Wegen ihrer Kulisse dient die Burg wiederholt als Drehort, unter anderem für Szenen des Horrorfilms „The Nun“ (2018).
Anfahrt
Die Anreise führt über die Straßen der Stadt Hunedoara, einst eines der großen Industriezentren Rumäniens; ein Teil der ehemaligen Fabrikanlagen in der Umgebung steht heute leer. Da die Burg am Stadtrand liegt, ist die Anfahrt mit dem Auto unkompliziert, Parkplätze sind vorhanden.
Kosten
Der Parkplatz direkt am Gelände ist kostenpflichtig, kostenlose Alternativen liegen in kurzer Gehdistanz. Für Fotoaufnahmen mit größerem Equipment wird teils eine zusätzliche Gebühr erhoben. Für einen Museumsbesuch gibt es ermäßigte Eintrittspreise für Schüler, Studierende und Rentner. Da sich Preise und Regelungen ändern können, lohnt sich vor dem Besuch ein Blick auf die offizielle Ticket-Webseite der Burg.
Praktische Hinweise
Hunedoara liegt gut anderthalb Stunden von Sibiu entfernt und wird oft als Tagesausflug von dort aus besucht. Wer weitere Schlösser Rumäniens sehen möchte, findet mit dem deutlich jüngeren Schloss Peleș in Sinaia einen architektonischen Kontrast zur mittelalterlichen Burg Hunedoara. Die umliegenden Karpaten bieten sich für Wanderungen im Anschluss an; besonders im Herbst, wenn die Region weniger überlaufen ist als im Sommer, lässt sich der Besuch gut mit einer Rundreise durch Siebenbürgen verbinden.
Häufig gestellte Fragen
War Dracula wirklich in der Burg Hunedoara gefangen?
Das ist nicht sicher belegt. Die meisten Historiker gehen davon aus, dass Vlad III. Țepeș den Großteil seiner jahrelangen Gefangenschaft in der ungarischen Festung Visegrád verbrachte; ein kurzer Aufenthalt in Hunedoara direkt nach seiner Gefangennahme 1462 gilt als möglich, aber nicht bewiesen.
Wie viel Zeit sollte man für den Besuch einplanen?
Für Rundgang und Museum sollten mindestens ein bis anderthalb Stunden eingeplant werden, bei Interesse an der Ausstellung entsprechend mehr.
Ist die Burg für Kinder geeignet?
Ja, die weitläufigen Innenräume, Türme und Wendeltreppen sind bei Kindern beliebt. Enge Treppen und ungesicherte Kanten an manchen Stellen erfordern jedoch Aufsicht.
Gibt es Führungen?
Neben Audioguides in mehreren Sprachen werden auch geführte Rundgänge angeboten. Verfügbarkeit und Sprachen sind auf der offiziellen Ticket-Webseite einsehbar.