Curtea Veche – Fürstenhof und Hofkirche

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Alexandru Baboş. Original uploader was Pixi at ro.wikipedia, Biserica Curtea Veche2, CC BY 2.5

Curtea Veche bezeichnet in Bukarests Altstadt sowohl die Ruinen des alten Fürstenhofs als auch die angrenzende, deutlich jüngere Hofkirche.

Fürstenhof

Der archäologisch nachweisbare Kern des Fürstenhofs geht auf Vlad III. Drăculea (Vlad Țepeș, „Vlad der Pfähler“) zurück, der hier zwischen 1458 und 1459 eine befestigte Residenz errichten ließ. Aus dieser Zeit stammt auch die erste urkundliche Erwähnung Bukarests, ein Dokument vom 20. September 1459. Manche Quellen verorten eine ältere Befestigung an gleicher Stelle bereits unter seinem Großvater Mircea cel Bătrân (Mircea der Ältere, regierte 1386–1418), einem der einflussreichsten Fürsten der Walachei – archäologisch eindeutig belegt ist das jedoch nicht. In den folgenden Jahrhunderten diente der Hof mehreren Fürsten der Region als Residenz, bevor er im 18. Jahrhundert aufgegeben wurde und verfiel.

Freiluftmuseum

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MM, BucarestCurteaVeche, als gemeinfrei gekennzeichnet, Details auf Wikimedia Commons

Die freigelegten Grundmauern sind heute als Freilichtmuseum zugänglich, betrieben vom Muzeul Municipiului București auf einer Fläche von rund 5.000 Quadratmetern. Das Museum ist täglich zwischen 10 und 18 Uhr geöffnet; Schüler, Studierende und Rentner erhalten ermäßigten Eintritt. Am ersten Samstag jedes Monats ist der Eintritt frei – Fotografieren, Filmen oder eine Führung kosten an diesem Tag jedoch weiterhin extra. Öffnungszeiten und Preise sollten vor dem Besuch auf der Museumswebseite geprüft werden, da sie sich ändern können.

Hofkirche

Die Hofkirche Curtea Veche, auch Sankt-Antonius- oder Verkündigungskirche genannt, ist das älteste erhaltene Bauwerk Bukarests. Sie wurde nach 1545 von Mircea Ciobanul, damals Fürst der Walachei, gestiftet und nach seinem Tod fertiggestellt; er selbst wurde später in der Kirche beigesetzt.

Benannt ist sie nach dem angrenzenden Fürstenhof, dem sie ursprünglich als Kapelle diente. Bis 1842 wurden hier alle Fürsten der Walachei gesalbt.

Beschädigungen und Restaurierungen

Brände, Erdbeben und Kriege beschädigten die Kirche wiederholt; mehrere Fürsten ließen sie umbauen oder instand setzen. Eine umfassende Restaurierung zwischen 1928 und 1938 stellte den ursprünglichen Zustand weitgehend wieder her.

Baustil

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Britchi Mirela, Bucuresti, Romania, Curtea Veche (Biserica Curtea Veche initial Buna Vestire); B-I-s-A-17896 (interior 3), CC BY-SA 4.0

Kleeblattchor als Grundrissform

Die Kirche ist als sogenannter Dreikonchenchor errichtet, auch Kleeblattchor genannt – eine Grundrissform der mittelalterlichen Kirchenarchitektur. Anders als beim lateinischen Kreuz, bei dem ein gerades Querhaus das Langhaus rechtwinklig kreuzt, sind hier drei gleich große halbrunde Apsiden (Konchen) so aneinandergesetzt, dass sich die Form eines Kleeblatts ergibt.

Zentralbau über dem Chor

Auf Höhe des Altars entsteht durch diese Anlage ein eigener Zentralbau. Ein bekanntes Beispiel für dieselbe Grundrissform außerhalb Rumäniens ist die Kirche St. Maria im Kapitol in Köln.

Bandornamente und Relief-Fries

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Britchi Mirela, Bucuresti, Romania, Curtea Veche (Biserica Curtea Veche initial Buna Vestire); B-I-s-A-17896 (Clopot), CC BY-SA 4.0

Die Kirche ist 25 Meter lang und 8 Meter breit. Auffällig sind die rötlichen Bandornamente und ein wellenförmiger Relief-Fries an der Fassade. Ungewöhnlich für eine Kirche der Walachei sind die Strebepfeiler, die aus der moldauischen Architektur übernommen wurden. Die heutigen Fenster im neugotischen Stil stammen aus dem 19. Jahrhundert.

Anreise

Curtea Veche liegt in Fußnähe zur Metrostation Piața Unirii; mehrere Bus- und Straßenbahnlinien halten in der Umgebung. Da sich Liniennummern und Takte ändern können, lohnt sich vor der Fahrt ein Blick in eine aktuelle Nahverkehrs-App.

Umgebung

Ein Besuch der Hofkirche lässt sich gut mit anderen Zielen in der Bukarester Altstadt verbinden.

Grünflächen und Einkaufszentren

In der Nähe liegen die Einkaufszentren Cocor und Unirea Shopping Center, dazu der durch Bukarest fließende Fluss Dâmbovița sowie die Grünflächen Parcul Unirii, Parcul Tribunalului und der Platz Piața Sfântul Gheorghe.

Kirchen und Klöster in der Nähe

Fußläufig erreichbar sind das Kloster Biserica Mănăstirii Stavropoleos, die Kirche Biserica Sfântul Spiridon Vechi und die Biserica Domnița Bălașa. Auch der Parlamentspalast mit seinem Museum ist von hier in etwa 20 Gehminuten erreichbar.

Restaurants und Cafés in der Nähe

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Joe Mabel, Caru cu Bere 1, CC BY-SA 3.0

In der näheren Umgebung liegen mehrere Restaurants und Cafés für eine Pause, etwa Linea / Closer to the Moon mit Blick über die Altstadt in der Nähe des Klosters Stavropoleos, oder – auf dem Weg zum Parlamentspalast – Hanu‘ Berarilor Casa Oprea Soare, Stadio Unirii und Haute Pepper.

Häufig gestellte Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Fürstenhof und Hofkirche?

Der Fürstenhof (15. Jahrhundert, Vlad III. Țepeș) ist die frühere, heute nur noch als Ruine erhaltene Residenz. Die angrenzende Hofkirche (nach 1545, Mircea Ciobanul) diente ihm ursprünglich als Kapelle und ist deutlich jünger, aber vollständig erhalten.

Was kostet der Eintritt in das Freilichtmuseum?

Es gibt einen regulären und einen ermäßigten Preis für Schüler, Studierende und Rentner; am ersten Samstag im Monat ist der Eintritt frei. Aktuelle Beträge stehen auf der Webseite des Muzeul Municipiului București.

Wie lange dauert ein Besuch?

Für das Freilichtmuseum und die Kirche reicht in der Regel eine halbe bis eine Stunde. Wer die Umgebung mit einbezieht, sollte für Kirchen, Grünflächen und eine Pause in einem Café mehrere Stunden einplanen. Für Stadtbesichtigungen eignet sich neben dem Frühling besonders der Herbst, wenn es in Bukarest kühler, aber noch überwiegend trocken ist.

Ist Curtea Veche mit Vlad dem Pfähler verbunden?

Ja. Vlad III. Drăculea, bekannt als Vlad Țepeș oder Vlad der Pfähler, ließ die befestigte Residenz 1458/59 errichten und regierte von hier aus zeitweise die Walachei. Die heutige Kirche stammt jedoch erst aus der Zeit rund 90 Jahre nach seinem Tod.

Quellen und weiterführende Links