Schlammvulkane von Berca

Rund 100 Kilometer nordöstlich von Bukarest, bei der Gemeinde Berca im Kreis Buzău, liegt das Naturschutzgebiet der Schlammvulkane (rumänisch Vulcanii Noroioși). Aufsteigendes Erdgas drückt hier salzhaltiges Wasser und Schlamm an die Oberfläche und formt kleine, meist nur wenige Meter hohe Kegel – eine Landschaft, die wegen der kargen, grauen Oberfläche häufig mit einer Mondlandschaft verglichen wird. Das Gebiet steht bereits seit 1924 unter Schutz.

Pâclele Mari und Pâclele Mici

Das Reservat gliedert sich in vier Teilbereiche: La Fierbători, Beciu sowie die beiden bekanntesten Areale Pâclele Mari und Pâclele Mici. Pâclele Mari, die größere der beiden Hauptflächen, umfasst rund 22 Hektar mit besonders aktiver vulkanischer Tätigkeit und liegt am rechten Ufer des Buzău, etwa 12 Kilometer von der Stadt Berca entfernt. Pâclele Mici ist kleiner, aber dichter mit einzelnen Kegeln bestanden.

Wie entstehen Schlammvulkane?

Schlammvulkane entstehen dort, wo Erdgas aus tiefer liegenden Sedimentschichten durch Risse im Gestein aufsteigt. Auf dem Weg nach oben reißt das Gas Wasser und feinen Ton mit sich, der sich an der Oberfläche zu kleinen Kegeln aufbaut. Aus deren Öffnungen tritt ständig kalter, dünnflüssiger Schlamm aus, während das Gas in Blasen entweicht. An der Luft trocknet der Schlamm zu einer krustigen Oberfläche, die dem Krater eines Vulkans ähnelt – geologisch hat das Phänomen jedoch nichts mit vulkanischem Magma zu tun, sondern ist ein rein sedimentärer Prozess.

Pflanzen in einer salzhaltigen Umgebung

Der stark salzhaltige, immer wieder von Schlamm überzogene Boden lässt kaum Vegetation zu. Eine der wenigen Arten, die hier überlebt, ist die seltene Salzpflanze Nitraria schoberi. Berca markiert den westlichsten bekannten Fundort dieser Art, deren übrige Vorkommen in Sibirien und Australien liegen – ein Grund, warum das Gebiet schon 1924 unter Schutz gestellt wurde.

Schlammvulkane Berca in Zahlen1924Naturschutzseit22 haFlächePâclele Mari4Teilarealeim Reservat4 LeiEintrittErwachsene8–20 UhrSommergeschlossen bei Regen100 kmabBukarest
Kennzahlen zum Naturschutzgebiet Vulcanii Noroioși bei Berca, Kreis Buzău.

Öffnungszeiten, Eintritt und Anreise

Öffnungszeiten und Eintritt

Das Reservat ist im Sommer von 8 bis 20 Uhr, im Winter von 8 bis 16 Uhr geöffnet; bei Regen bleibt es wegen des rutschigen Untergrunds geschlossen. Der Eintritt liegt laut Kreisverwaltung Buzău bei 4 Lei für Erwachsene und 1–2 Lei ermäßigt (Stand kann sich ändern, aktuelle Preise vor Ort erfragen).

Anreise

Nächstgelegene größere Stadt ist Buzău. Von dort ist das Reservat mit dem Auto in rund 40 Minuten erreichbar, alternativ per Taxi oder mit dem Zug nach Berca und einem kurzen Anschlussweg. Wer von Bukarest anreist (rund 100 km), kann die Strecke an einem Tag fahren oder in Buzău übernachten, um die Rückfahrt zu entzerren. Für die Reiseplanung lohnt ein Blick auf die beste Reisezeit für Rumänien, da anhaltender Regen den Besuch unmöglich macht. Unterwegs empfiehlt sich außerdem ein kurzer Blick auf Vorwahl und Mobilfunk in Rumänien, da das Mobilnetz in der ländlichen Region streckenweise schwach ist.

Verpflegung und Hinweise

Im Reservat gibt es ein einfaches Restaurant sowie Picknickplätze etwas abseits der Vulkankegel. Festes, wasserfestes Schuhwerk oder ein Paar Ersatzschuhe sind sinnvoll, da der Schlamm schnell an den Sohlen haftet und die Wege bei Nässe rutschig werden.

Umgebung und weitere Ziele

Wer die geologischen Besonderheiten der Region weiter erkunden möchte, findet in der Nähe auch Spuren des rumänischen Bergbaus und der Goldvorkommen. Für Aktivurlauber mit mehr Zeit bietet sich ein Abstecher in die Karpaten an, Anregungen dazu unter Aktivurlaub in Rumänien. Fotografisch reizvoll ist vor allem das frühe Morgenlicht auf der kargen Fläche; weitere Hinweise dazu unter Wandern und Outdoor-Fotografie in Karpaten und Siebenbürgen. Wer nach dem eher kargen Naturerlebnis der Schlammvulkane gezielt Entspannung sucht, findet auf kanoyoga.com ein Angebot für Yoga-Reisen in Rumänien – ein thematisch fremder, aber im Original verlinkter Anbieter.

Häufig gestellte Fragen

Was sind Schlammvulkane genau?

Kleine, kegelförmige Erhebungen, die entstehen, wenn aufsteigendes Erdgas Wasser und Ton aus tiefen Sedimentschichten an die Oberfläche drückt. Mit vulkanischem Magma haben sie nichts zu tun.

Seit wann steht das Gebiet unter Naturschutz?

Seit 1924, unter anderem wegen der seltenen Salzpflanze Nitraria schoberi, die hier ihren westlichsten bekannten Standort weltweit hat.

Was kostet der Eintritt?

Rund 4 Lei für Erwachsene, ermäßigt 1 bis 2 Lei. Die Beträge können sich ändern, aktuelle Preise sind vor Ort zu erfragen.

Kann man das Reservat bei jedem Wetter besuchen?

Nein. Bei Regen wird der Boden zu rutschig und das Gebiet bleibt geschlossen.

Wie weit ist es von Bukarest entfernt?

Rund 100 Kilometer, mit dem Auto in gut anderthalb bis zwei Stunden erreichbar.

Quellen und weiterführende Links