Inhaltsverzeichnis:
Beitragsbild: fusion-of-horizons, „Flickr – fusion-of-horizons – Sinaia Monastery (11)“, CC BY 2.0, via Wikimedia Commons
Sinaia ist ein Ferienort im Prahova-Tal am Südosthang des Bucegi-Gebirges, rund 140 Straßenkilometer nördlich von Bukarest. Die Stadt (9.071 Einwohner im Jahr 2021) liegt zwischen 798 und 1.055 Metern Höhe. Ihren Namen hat sie vom Kloster Sinaia, gebaut 1690 bis 1695. Aus dem Zentrum fährt eine Seilbahn über Cota 1400 bis Cota 2000, dort beginnen markierte Wanderwege. Schloss Peleș steht in direkter Nachbarschaft des Klosters.
Anreise ins Prahova-Tal
Sinaia gehört zum Kreis Prahova und liegt an der Nationalstraße DN1 zwischen Bukarest und Brașov (Kronstadt). Zwischen Bușteni und Sinaia weitet sich das Prahova-Tal auf rund 10 Kilometer Länge und 2 bis 3 Kilometer Breite zur Senke von Sinaia.
- Flughafen Bukarest Henri Coandă: 106 km (Angabe der Stadt)
- Bukarest, Stadtzentrum: rund 140 km auf der Straße
- Brașov: rund 44 km, Flughafen Brașov-Ghimbav: rund 58 km
Die Bahn aus Bukarest erreichte Sinaia 1879. Das heutige Bahnhofsgebäude stammt von 1913; einige Dutzend Meter entfernt steht der frühere Königsbahnhof, der der Königsfamilie und ihren Gästen vorbehalten war. Am Bahnsteig erinnert eine Tafel an Premierminister I. G. Duca, der dort 1933 ermordet wurde. Sinaia liegt an der Bahnstrecke Bukarest–Brașov, aktuelle Fahrzeiten nennt die Fahrplanauskunft von CFR Călători.
Ortsgeschichte
Sinaia steht auf der staatlichen Liste der Fremdenverkehrsorte von nationalem Interesse (stațiune turistică de interes național), nach Angaben des Verbraucherschutzvereins InfoCons in der Fassung vom 17. Juni 2026. Der Ort wuchs um das Kloster. Bis 1874 hieß die Gemeinde Podul Neagului, am 1. Dezember 1874 erhielt sie auf Initiative des Landesherrn Carol I. den Namen Sinaia. Seit 1880 ist sie Stadt. Nach Angaben der Stadt standen Sommergästen 1901 zehn Hotels, 55 große Villen und zwei Kasinos zur Verfügung.
Kloster Sinaia
Spătar Mihail Cantacuzino, Befehlshaber des walachischen Heeres, ließ das Kloster von 1690 bis 1695 errichten. 1681 hatte er das Katharinenkloster am Berg Sinai besucht und benannte seine Stiftung danach. Angelegt war es für zwölf Mönche, heute ist es ein Männerkloster in der Str. Mănăstirii 2.
Die Alte Kirche (Biserica veche) im Brâncoveanu-Stil hat außen die Form eines lateinischen Kreuzes; laut Kloster gibt es keine zweite Kirche dieser Form im Land. Ein festungsartiges Geviert von etwa 30 mal 40 Metern mit Mönchszellen umgibt sie. Die Malereien in Vorhalle und Pronaos stammen größtenteils noch von Pârvu Mutu. 1791 wurde die Kirche im Krieg angezündet und 1795 teilweise neu ausgemalt.

Die Große Kirche (Hl. Dreifaltigkeit) entstand 1842 bis 1846 in einer ersten, kleineren Form. Von 1897 bis 1903 baute Architekt George Mandrea sie um und verband dabei Brâncoveanu- und moldauischen Stil. Sie ist 30 Meter lang, 15 Meter breit und über 25 Meter hoch. Die heutige Ausmalung in Öl auf Goldgrund, die Mosaik nachahmt, stammt vom Dänen Aage Exner. Im Pronaos sind König Carol I. und Königin Elisabeta abgebildet.
In den Sommern 1871 bis 1883 wohnte Carol I. mit seiner Familie im Kloster. In den früheren königlichen Salons zeigt das Klostermuseum unter anderem ein Exemplar der Bukarester Bibel von 1688. Das Kloster Sinaia ist täglich 8–20 Uhr für Besucher offen; Eintritt und Fotogebühren veröffentlicht es nicht. Im Januar 2025 wurden die Verträge zur Restaurierung des alten Hofs unterzeichnet.
Schloss Peleș
Neben dem Kloster ließ Carol I. ab 1875 Schloss Peleș bauen, von 1883 bis 1947 Sommerresidenz der Königsfamilie. Vom 2. November bis 1. Dezember 2026 ist das Schloss wegen Reinigung und Konservierung geschlossen. Sonst ist es mittwochs 10–17 Uhr und donnerstags bis sonntags 9.15–17 Uhr geöffnet, montags und dienstags geschlossen; letzter Einlass ist um 16 Uhr. Tickets für 100 Lei gibt es nur online oder an Automaten vor Ort (Stand: 2. November 2026).
Seilbahn auf den Bucegi
Seilbahnen, Pisten und Stadtbusse betreibt die städtische Gesellschaft Transport Urban Sinaia. Die Telecabina, eine Großkabinenbahn von 1970, fährt im Zentrum hinter dem Hotel New Montana ab und führt in zwei Abschnitten über Cota 1400 nach Cota 2000. Laut G4Media misst der erste Abschnitt 2.328 Meter, der zweite 1.945 Meter.
Zwei Kabinenbahnen ergänzen sie: die Gondola Sinaia aus dem Stadtteil Furnica nach Cota 1400 und die Gondola Carp von Cota 1400 nach Cota 2000. Die Gondola Sinaia steht seit Anfang September 2026 still. Laut einem Bericht von Wall-Street.ro vom 22. Oktober 2026 hat sich ein Pfeiler um fast 27 Zentimeter verschoben, ein Datum für die Wiedereröffnung nannte der Betreiber nicht. Am 2. November 2026 meldete er die Gondel weiter als außer Betrieb.
| Abschnitt | Betriebszeit | Einfach | Berg und Tal |
|---|---|---|---|
| Telecabina Sinaia – Cota 1400 | 9–17 Uhr, mittwochs 11–17 Uhr (Revision) | 44 Lei (Kinder 34) | 75 Lei (Kinder 50) |
| Telecabina Cota 1400 – Cota 2000 | 9.30–16.30 Uhr, mittwochs ab 11.30 Uhr | 44 Lei (Kinder 34) | 75 Lei (Kinder 50) |
| Beide Abschnitte | – | 75 Lei (Kinder 44) | 119 Lei (Kinder 75) |
| Gondola Carp Cota 1400 – Cota 2000 | 9.30–16.30 Uhr, dienstags ab 12 Uhr | Tarif wie Telecabina | |

Wandern ab Sinaia und Cota 2000
Die Wege führen in den Naturpark Bucegi mit 32.500 Hektar Fläche, höchster Gipfel ist der Vârful Omu mit 2.505 Metern. Besucher ab 14 Jahren zahlen eine Gebühr von 10 Lei, gültig 90 Tage. Tickets verkaufen der Naturpark online, die Ranger sowie Pensionen und Seilbahnen (Stand: 2. November 2026).
Über der Stadt erheben sich unter anderem Furnica (2.103 m), Piatra Arsă (2.044 m) und Vârful cu Dor (2.030 m). Die zugelassenen Wege veröffentlicht die Bergwacht Salvamont Prahova. Eine Auswahl ab Sinaia und Cota 2000:
| Weg | Markierung | Gehzeit | Hinweis |
|---|---|---|---|
| Nr. 24: Cota 2000 – Sattel Vârful cu Dor | rotes Dreieck | 15 Min. | leicht, ganzjährig |
| Nr. 19: Vârful cu Dor – Cota 2000 – Cabana Piatra Arsă – Cabana Babele – Cabana Vârful Omu | gelbes Band | 5–6 Std. | mittel, im Winter schwierig ab Șaua Sugarilor |
| Nr. 18: Sinaia – Cota 1400 – Cabana Valea Dorului – Șaua Lăptici – Cabana Padina | rotes Band | 5,5–6 Std. | mittel, ganzjährig |
| Nr. 16: Sinaia – Poiana Stânei – Cabana Piatra Arsă – Hotel Peștera | blaues Band | 6–7 Std. | mittel, im Winter teils gesperrt |
| Themenweg: Vulpărie – Poteca Regală – Poiana Stânei – Cota 1400 | – | 2,5 Std., 6,2 km | leicht bis mittel |
Von Cabana Piatra Arsă nach Cabana Babele führt ein Themenweg des Naturparks über 7,6 Kilometer, rund 2 Stunden. Dort stehen die Felsformationen Babele und die Bucegi-Sphinx, laut Stadt 5 bis 15 Meter hoch.
Notruf in den Bergen: 112 oder 0SALVAMONT (0725 826 668). Der Naturpark weist auf eine große Bärenpopulation hin und rät, Abstand zu halten und sich langsam zurückzuziehen. Nach dem schneereichen Winter gab Salvamont Prahova die markierten Wege erst am 25. Juni 2026 wieder frei. Eine Packliste für Touren im Gebirge finden Sie unter Wanderausrüstung für Rumänien.
Ortsbild und Museen
Das Kasino an der Nordseite des Parks Dimitrie Ghica entstand laut Stadt 1912 bis 1913 an der Stelle der ersten Villa des Ortes. Heute ist es ein Konferenzzentrum der Stadt. Führungen beginnen mehrmals täglich zwischen 10.15 und 17.15 Uhr und kosten 50 Lei, kombiniert mit dem Stadtmuseum im Castelul Știrbey 90 Lei (Stand: 2. November 2026). Vom 3. bis 8. November 2026 ist das Kasino geschlossen.
Den Park Dimitrie Ghica ließ die Stadt 1881 unter Leitung des Schweizers Eder anlegen. Im Sommer gibt es dort Konzerte, im September das Festival „Sinaia Forever“, im Winter eine Eisbahn. Im Park steht auch das Museum des Bucegi-Schutzgebiets, gegründet 1976. Das Stadtmuseum hat seinen Sitz im Palatul Florescu-Știrbei von 1875, der ältesten Villa der Stadt. Heute heißt das Haus Castelul Știrbey.
George Enescu ließ sich 1923 bis 1926 nach eigenen Plänen die Vila Luminiș im Stadtteil Cumpătu bauen. Seit 1995 ist sie Gedenkhaus und gehört zum Nationalmuseum George Enescu. Im Winter ist sie dienstags bis sonntags 9.30–16 Uhr geöffnet, der Eintritt kostet 20 Lei und ist am 26. jedes Monats frei (Stand: 2. November 2026).

Wintersport
Das Skigebiet reicht von Cota 2000 bis Cota 1000 und umfasst die Täler Valea Soarelui und Valea Dorului. Der Betreiber zählt 11 Anlagen und 25 Pisten und nennt Sinaia mit dem Furnica als höchstes Skigebiet Rumäniens. Die schwarze Piste Carp ist nach seinen Angaben die steilste homologierte Piste des Landes. In der Saison 2025/26 kostete ein Tagesskipass werktags 210 Lei, am Wochenende, an Feiertagen und in den Schulferien 230 Lei. Die Preise für 2026/27 sind noch nicht veröffentlicht.
Reisezeit und Weiterreise
Zum Wandern eignen sich Sommer und Frühherbst, wenn die markierten Wege schneefrei und freigegeben sind. Im Winter hängt der Skibetrieb von der Schneelage ab, der Betreiber meldet offene Anlagen täglich auf seiner Startseite. Im Spätherbst schließen Schloss Peleș und Kasino zeitweise, 2026 das Schloss vom 2. November bis 1. Dezember und das Kasino vom 3. bis 8. November.
Über die DN1 erreichen Sie nach rund 44 Kilometern Brașov (Kronstadt), Ausgangspunkt für Fahrten zum Schloss Bran. Das Bucegi-Gebirge gehört zu den Südkarpaten, einem Teil der rumänischen Karpaten. Beginnt oder endet die Reise in der Hauptstadt, finden Sie die Sehenswürdigkeiten in Bukarest mit Metro-Station und Eintritt in einer Übersicht.
Häufige Fragen
Wie weit ist Sinaia von Bukarest entfernt?
Auf der Straße rund 140 Kilometer ab dem Stadtzentrum, vom Flughafen Henri Coandă laut Stadt 106 Kilometer. Ein Umstieg ist mit der Bahn nicht nötig, Sinaia liegt an der Strecke von Bukarest nach Brașov.
Fährt die Seilbahn in Sinaia das ganze Jahr?
Die Telecabina fährt auch außerhalb der Skisaison: Am 2. November 2026 waren beide Abschnitte in Betrieb, mittwochs ist vormittags Revision. Die Gondola Sinaia steht seit September 2026 still.
Ist Schloss Peleș im November geöffnet?
Nein, vom 2. November bis 1. Dezember 2026 ist es geschlossen. Das Kloster Sinaia, das Kasino (außer 3. bis 8. November) und das Enescu-Gedenkhaus sind in dieser Zeit geöffnet.
Brauche ich zum Wandern im Bucegi ein Ticket?
Ja, der Naturpark erhebt 10 Lei pro Person ab 14 Jahren, gültig 90 Tage. Kinder bis 14 Jahre sind frei.