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Beitragsbild: Pudelek, „Alba Iulia (Gyulafehérvár, Karlsburg) – churches in fortress“, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons
Alba Iulia (Karlsburg) ist die Hauptstadt des Kreises Alba in Siebenbürgen. Bei der Volkszählung 2021 wurden 64.227 Einwohner gezählt. Bekannt ist sie für die Zitadelle Alba Carolina, eine Festung nach dem Vauban-System aus den Jahren 1715 bis 1738. In ihren Mauern stehen die orthodoxe Krönungskathedrale, die katholische Kathedrale St. Michael und der Saal, in dem 1918 die Vereinigung Siebenbürgens mit Rumänien beschlossen wurde. Das Festungsgelände ist frei zugänglich.
Lage und Anreise
Die Stadt liegt im Zentrum des Siebenbürgischen Hochlands auf der ersten Terrasse des Flusses Mureș (Marosch), 330 Meter über dem Meer. Durch Alba Iulia führt die Europastraße E80 von Deva nach Cluj-Napoca (Klausenburg). Die Autobahn A10 verbindet auf 70 Kilometern die A1 bei Sebeș (Mühlbach) mit der A3 bei Turda (Thorenburg).
Entfernungen auf der Straße (Routenberechnung mit OpenStreetMap-Daten):
- Flughafen Sibiu (Hermannstadt): rund 77 km
- Flughafen Cluj-Napoca: rund 108 km
- Stadtzentrum Sibiu: rund 83 km, Cluj-Napoca: rund 100 km
- Bukarest: rund 347 km
Den Flughafen Sibiu fliegt Wizz Air unter anderem aus Dortmund, Karlsruhe/Baden-Baden, Nürnberg und Memmingen an, Austrian Airlines täglich aus Wien (Stand: 2. November 2026). Aus Bukarest kommen Sie mit der Bahn ohne Umstieg an. Seit März 2026 fährt je ein InterRegio-Zug pro Richtung von București Nord über Brașov (Kronstadt) und Sighișoara (Schäßburg) nach Alba Iulia und weiter nach Timișoara (Temeswar). Laut Fahrplan vom März 2026 dauert die Fahrt nach Alba Iulia 7 Stunden 21 Minuten, zurück nach Bukarest 7 Stunden 38 Minuten. Der Bahnhof liegt am Bulevardul Încoronării, rund 1,4 Kilometer Luftlinie südlich der Krönungskathedrale.
Geschichte in Kürze
Die Daker nannten den Ort Apoulon, die Römer Apulum. Kurz nach 106 n. Chr. legte die Legio XIII Gemina hier ihr Lager an, ein Castrum von etwa 480 mal 432 Metern mit rund 20,7 Hektar Innenfläche. Auf dem Hügel liegen heute drei Befestigungen übereinander: das römische Lager, die mittelalterliche Burg und die Festung aus dem 18. Jahrhundert.
Von 1541 bis 1690 war Alba Iulia Hauptstadt des autonomen Fürstentums Siebenbürgen. Am 1. November 1599 zog Michael der Tapfere (Mihai Viteazul) mit seinem Heer in die Stadt ein. Nach der Eroberung der Moldau wurde sie die erste Hauptstadt der drei unter ihm vereinten Länder. Den deutschen Namen Karlsburg trägt die Stadt nach Kaiser Karl VI., der den Bau der neuen Festung anordnete.
Am 1. Dezember 1918 beschlossen 1.228 Delegierte der Großen Nationalversammlung im heutigen Saal der Vereinigung (Sala Unirii) den Anschluss Siebenbürgens an Rumänien. Der 1. Dezember ist heute Nationalfeiertag. Am 15. Oktober 1922 wurden König Ferdinand I. und Königin Maria in der neuen orthodoxen Kathedrale gekrönt.
Zitadelle Alba Carolina
Laut Stadtverwaltung entstand die Festung zwischen 1715 und 1738 auf Initiative der Habsburger. Die Nachrichtenagentur Agerpres datiert die Grundsteinlegung auf den 4. November 1715. Den Entwurf lieferte der italienische Architekt Giovanni Morando Visconti nach dem Vauban-System.
Die Anlage hat einen unregelmäßigen, siebeneckigen Grundriss und drei Mauerringe mit Bastionen und Ravelinen; Agerpres zählt sieben Bastionen. Nach Angaben der Stadt bedeckt sie etwas mehr als 70 Hektar, die Mauern messen zusammen über 12 Kilometer. Am Bau arbeiteten laut Stadt über 20.000 Bauern, die Kosten lagen bei rund 2 Millionen Gulden. Im Kriegsfall war die Festung für etwa 10.000 Soldaten ausgelegt.
Ein Rundgang führt von Tor I im Osten mit seinen drei Durchgängen nach Westen bis Tor VI. Tor III, die barocke „Poarta Carol“, trägt das Reiterstandbild Karls VI. In seinem Sockel liegt die Zelle, in der Horea, der Anführer des Bauernaufstands von 1784, gefangen saß. Auf der Esplanade davor steht der Obelisk für Horea, Cloșca und Crișan, eingeweiht am 14. Oktober 1937.

Weg der drei Festungen
Der Weg (rumänisch Traseul celor trei fortificații) verläuft an der Südseite durch die Festungsgräben, der Zugang liegt im Stadtteil Caroline. Stationen sind unter anderem das Südtor des römischen Lagers, eine Kanonenbatterie und das Verlies. Der Weg ist nur in der Saison geöffnet, 2025 täglich von 10 bis 17 Uhr. Erwachsene zahlten 20 Lei, Kinder bis 14 Jahre 5 Lei (Stand: April 2025).
Sehenswertes in der Zitadelle
Krönungskathedrale
Die orthodoxe Kathedrale der Erzengel Michael und Gabriel entstand 1921 und 1922 nach Plänen von Victor Gh. Ștefănescu, ausgemalt hat sie Costin Petrescu. Geweiht wurde sie am 8. Oktober 1922, eine Woche vor der Krönung. Der Glockenturm an der Westseite ist über 58 Meter hoch. Laut Stadt ist die Kathedrale täglich von 7 bis 20 Uhr geöffnet, der Eintritt ist frei.

Kathedrale St. Michael
Die römisch-katholische Kathedrale ist Sitz des Erzbistums Alba Iulia (ungarisch Gyulafehérvár). Ihr Bau begann laut Stadt im 11. Jahrhundert, erhalten sind romanische und gotische Bauteile. Begraben sind hier unter anderem Johann Hunyadi (Iancu de Hunedoara, gestorben 1456), Königin Isabella, Fürst Johann Sigismund und Gabriel Bethlen.
Von November bis Februar ist die Kirche täglich von 9 bis 17 Uhr geöffnet, von März bis Oktober von 9 bis 19 Uhr. Der Besuch ist kostenlos, nur während Messen und Trauungen eingeschränkt. Die Turmbesteigung kostet 10 Lei, für Kinder 5 Lei (Stand: 2026, Erzbistum Alba Iulia).

Sala Unirii und Nationalmuseum der Vereinigung
Die Sala Unirii wurde 1898 bis 1900 als Militärkasino gebaut. Im Babylon-Gebäude, errichtet 1851 bis 1853, hat seit 1968 das Nationalmuseum der Vereinigung (Muzeul Național al Unirii) seinen Sitz. Es hat montags geschlossen und ist dienstags bis sonntags von 10 bis 17 Uhr geöffnet, von Mai bis August bis 18 Uhr. Im Januar und Februar bleibt es zusätzlich dienstags zu.
Laut Tarifliste des Museums kostet das Museum 20 Lei und die Ausstellungen in der Sala Unirii 15 Lei. Ein Kombiticket für Museum, Sala Unirii und das Ikonenmuseum Museikon kostet 35 Lei (Stand: Februar 2025). Am Nationalfeiertag 2025 waren die Ausstellungen der Sala Unirii kostenlos, das Museum kostete die Hälfte.
Fürstenpalast und Reiterstandbild
Der Palast der Fürsten Siebenbürgens (Palatul Principilor) ist als Museum zugänglich. Im Sommer 2026 war er täglich von 9 bis 19 Uhr geöffnet, Erwachsene zahlten 20 Lei, Schüler und Studierende 5 Lei. Winterzeiten hat der Betreiber nicht veröffentlicht. Vor dem Palast steht das Reiterstandbild von Michael dem Tapferen, ein Werk des Bildhauers Oscar Han, enthüllt 1968.
Bibliothek Batthyaneum
Bischof Ignatius Batthyány gründete die Bibliothek am 31. Juli 1798 in der früheren Trinitarierkirche, einem Barockbau von 1719 bis 1738. Sie verwahrt den Codex Aureus, nach Angaben der Nationalbibliothek das älteste Manuskript Rumäniens, und rund 600 Inkunabeln. Besuche sind nur mit Genehmigung der Nationalbibliothek in Bukarest möglich oder an Tagen der offenen Tür, zuletzt am 27. Juni 2026.
Römisches Apulum
Das Südtor des Legionslagers, die Porta principalis dextra, wurde 1986 gefunden und teilweise rekonstruiert. Das Museum Principia an der Piața Cetății zeigt seit 2015 die Reste des Kommandogebäudes. Erwachsene zahlen dort 15 Lei (Stand: April 2025). Im September 2026 meldeten Archäologen des Nationalmuseums den Fund des Haupttors, der Porta praetoria, im Bereich der Capistrano-Bastion.
Wachablösung
Vom 1. Mai bis 1. Oktober 2026 zog die Garde der Zitadelle auf den Esplanaden von Tor IV und Tor III auf. Veranstalter ist das Kulturzentrum Palatul Principilor. Der Ablauf:
- Freitag, 20 Uhr: kleine Wache mit 12 Soldaten
- Samstag, 20 Uhr: große Wache mit 22 Soldaten, 4 Pferden und zwei Kanonensalven
- Sonntag, 12 Uhr: kleine Wache
Termine für 2027 sind noch nicht veröffentlicht (Stand: 2. November 2026).
Reisezeit und Zeitbedarf
Von Mai bis September sind auch der Weg der drei Festungen und die Wachablösung im Programm. Im Winter schließt die Kathedrale St. Michael um 17 Uhr, und das Museum hat im Januar und Februar zwei Ruhetage. Rund um den 1. Dezember verlängert das Museum seine Zeiten, 2025 vom 29. November bis 1. Dezember auf 10 bis 19 Uhr. Zitadelle, beide Kathedralen und ein Museum füllen einen Tag (Richtwert der Redaktion).
Auf einer Rundreise durch Siebenbürgen liegt Alba Iulia zwischen Sibiu (Hermannstadt), 83 Straßenkilometer südöstlich, und Cluj-Napoca, 100 Kilometer nördlich. Über die A10 erreichen Sie Turda mit dem Salzbergwerk Salina Turda. Westlich von Alba Iulia liegt die Burg Hunedoara. Der InterRegio aus Bukarest hält unterwegs in Sighișoara, dort können Sie die Fahrt für einen Tag unterbrechen.
Häufige Fragen
Kostet die Zitadelle Alba Carolina Eintritt?
Nein. Tore, Obelisk und die Hauptachse der Festung sind frei zugänglich, ebenso die beiden Kathedralen. Eintritt kosten die Museen, der Fürstenpalast, das Museum Principia, die Turmbesteigung von St. Michael und der Weg der drei Festungen.
Warum heißt Alba Iulia auf Deutsch Karlsburg?
Der Name geht auf Kaiser Karl VI. zurück, der ab 1715 die Festung bauen ließ. Ein älterer deutscher Name ist Weißenburg, auf Ungarisch heißt die Stadt Gyulafehérvár.
Wie komme ich ohne Auto nach Alba Iulia?
Aus Bukarest fährt seit März 2026 ein InterRegio-Zug ohne Umstieg, die Fahrt dauert rund siebeneinhalb Stunden. Der nächste Flughafen mit Direktflügen aus Deutschland ist Sibiu, rund 77 Straßenkilometer entfernt.
Wann ist die Wachablösung zu sehen?
In der Saison 2026 von Anfang Mai bis 1. Oktober, freitags und samstags um 20 Uhr und sonntags um 12 Uhr. Die Termine für 2027 stehen noch nicht fest.